22. Januar 2004 Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia hat im vierten Quartal mit seinem Gewinnanstieg die Erwartungen der Analysten erfüllt und sagt für das laufende Vierteljahr wieder einen Umsatzanstieg voraus. Konzernchef Jorma Ollila nannte 2003 ein Rekordjahr für die Handy-Industrie und für Nokias Mobiltelefonsparte.
Bei einem Zuwachs von 16 Prozent seien weltweit insgesamt 471 Millionen Handys abgesetzt worden. Sein eigenes Unternehmen habe den Marktanteil auf leicht über 38 Prozent gesteigert. Nokia strebt seit längerem den Ausbau seines Marktanteils auf über 40 Prozent an, mußte aber zuletzt vor allem in Europa Einbußen durch Konkurrenten wie Siemens und Sony Ericsson hinnehmen. 2004 werde das Jahr mit dem vollständigen kommerziellen Durchbruch für die neuen UMTS-Mobilnetze werden, sagte Ollila weiter.
Nokia teilte am Donnerstag in Helsinki mit, der Gewinn je Aktie sei ohne Berücksichtigung von Firmenwertabschreibungen und Einmaleffekten auf 0,29 Euro von 0,26 Euro vor einem Jahr gestiegen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt 0,28 Euro erwartet. Nokia selbst hatte Anfang Januar eine Spanne von 0,28 bis 0,29 Euro genannt und über eine hohe Nachfrage nach seinen Handys und Netzwerk-Produkten berichtet. Der Umsatz lag mit 8,8 Milliarden Euro etwas unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, übertraf aber die Analystenprognosen. Für das erste Quartal stellte Nokia wieder einen Umsatzanstieg von drei bis sieben Prozent in Aussicht, nachdem die Erlöse mehrere Quartale hintereinander gesunken waren.
Positiver Ausblick für Netzwerksparte
Das Unternehmen bekräftigte seine Prognose, daß der Handy-Markt 2004 um etwas mehr als zehn Prozent wachsen wird. Nokia verfügte zuletzt über einen globalen Marktanteil bei Handys von 39 Prozent. Die Handy-Produktion liefert rund vier Fünftel des Konzernumsatz und das Gros der Gewinne. Für die in der Vergangenheit mit Verlusten wirtschaftende Netzwerksparte prognostiziert Nokia inzwischen einen positiveren Jahresausblick. Der Markt werde gegenüber dem Vorjahr konstant bleiben oder leicht wachsen. Bisher hatte Nokia bei Netzwerken im Jahr 2004 eine Stagnation vorhergesagt.
Nokia im Weihnachtsgeschäft stark
Im traditionell starken Weihnachtsgeschäft konnte Nokia wie der weltweit viertgrößte Handyhersteller Siemens im Gegensatz zu den Konkurrenten Motorola und Sony Ericsson die unerwartet hohe Nachfrage nach neuen Handys befriedigen. Die beiden Konkurrenten hatten über Auslieferungsprobleme durch Komponentenknappheit berichtet, was das Absatzwachstum bremste. Auch der Münchner Siemens-Konzern sieht nach mehreren Jahren rückläufiger Entwicklung für 2004 wieder einen anziehenden Markt für Netzwerke.
An der Börse wurden die Nokia-Aktien zunächst mit einem moderaten Abschlag gehandelt, drehten jedoch im weiteren Handelsverlauf auf 16,38 Euro knapp ins Plus. Hinter Nokia rangieren beim Handy-Verkauf der amerikanische Hersteller Motorola, der koreanische Anbieter Samsung und die deutsche Siemens mit weitem Abstand zum finnischen Hersteller. Das erst seit kurzem profitabel arbeitende schwedisch-japanische Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson belegt weltweit den fünften Platz beim Handyabsatz.
Text: Reuters, dpa
Bildmaterial: AP