Von Ralf Weitbrecht
14. April 2008 Wenn sich der Fußballfachmann da mal nicht irrt. Platz sechs ist für uns nicht zu erreichen. Diese Einschätzung äußerte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel nach der unnötigen 1:2-Niederlage bei Hannover 96. Natürlich ist Platz sechs für die Frankfurter Profis erreichbar. Dafür aber dürfen Spiele gegen Nürnberg und Hannover nicht leichtfertig aus der Hand gegeben und verloren werden. Die Qualität, in Tabellenregionen vorzustoßen, die nach Ansicht von Vorstandschef Heribert Bruchhagen zementiert sind, hat diese Frankfurter Mannschaft sehr wohl - trotz der vielen Verletzten, die Funkels Planungen Woche für Woche nicht gerade leichter machen.
Unbestritten aber ist auch: Die Eintracht wirkt an mancher Stelle ausgelaugt. So ist seit Wochen schon kaum etwas von der Torgefährlichkeit von Kapitän Ioannis Amanatidis und Neuzugang Martin Fenin zu sehen. Beide reiben sich für das Kollektiv auf, leisten unheimlich viel Laufarbeit. Doch Tore wollen ihnen schon seit längerem nicht mehr glücken.
Sechs Spiele noch bis Ultimo. Was kann, was darf man von dem Achten da noch erwarten? Das Thema Abstieg hat sich in dieser insgesamt erfreulich verlaufenen Saison nie gestellt. Schon zur Winterpause, als die Frankfurter kommod mit 23 Punkten in den Weihnachtsurlaub gegangen sind, war die erstklassige Zukunft so gut wie sicher. Deshalb wird es Zeit, dass in der Bundesliga das krampfhafte Gerede von den ominösen vierzig Punkten endlich aufhört. Seit Jahren schon braucht man nicht derart viele Zähler, um über das Saisonende hinaus erstklassig zu bleiben. So dürften es in dieser Spielzeit 33, maximal 34 Punkte sein, die genügen.
Nachlässigkeiten tabu
Verständlich, dass die sportlich konsolidierte, aber zuletzt ins Stocken geratene Eintracht mehr will - 45 Zähler beispielsweise. Doch nicht nur das 1:3 gegen Nürnberg, sondern auch das 1:2 von Hannover haben gezeigt, dass sich die Eintracht keinerlei Nachlässigkeiten erlauben darf. Auch deshalb ist Funkels Ärger verständlich. Seine Mannschaft hatte ihn im Stich gelassen. Dass er daraufhin in Tonfall und Diktion lauter als sonst geworden war, ist nachvollziehbar. Insgeheim nämlich ärgert es Funkel wohl doch, dass man weiter auf der Stelle verharrt.
Kommt nun nach zwei Niederlagen in Folge die Wende gegen die Bayern? Die kommenden deutschen Münchner Meisterspieler haben sich am Sonntag beim 5:0 gegen überforderte Dortmunder Borussen für den Südklassiker am Mittwoch eingeschossen. Doch Achtung: Die Bayern sind noch immer einer der Lieblingsgegner der Eintracht. In der Vorsaison überlistete Christoph Preuß die Münchner mit einem Fallrückzieher, und in der Hinserie hielt Oka Nikolov 38 Bälle - und das überraschende 0:0 fest.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
