16. Januar 2003 Der amerikanische Computerkonzern International Business Machines (IBM) schließt zum Jahresende seine letzte Produktionsstätte in Deutschland.
Etwa 990 der 1500 Mitarbeiter von IBM in der Fertigung von Festplatten in Mainz hätten Aufhebungsverträge unterschrieben oder gingen in Altersteilzeit, sagte ein Sprecher von IBM Deutschland am Donnerstag in Mainz. 320 hätten IBM zum Ende des Jahres bereits verlassen.
Bis zu 500 Mitarbeiter könnten andere Aufgaben im Software- oder Servicebereich in Mainz übernehmen, wo IBM auch nach der Schließung noch 2000 Menschen beschäftigen werde. Entlassungen werde es nicht geben, widersprach der Sprecher einem Bericht der Financial Times Deutschland".
IBM Deutschland offenbar unter Druck
Dass das Mainzer Werk zum Jahresende 2003 geschlossen wird steht seit dem Frühjahr 2002 fest. IBM hatte sein Festplatten-Geschäft an den japanischen Hitachi -Konzern verkauft. Das Festplattenwerk war der einzige Teil der Sparte, den Hitachi nicht von IBM übernehmen wollte. Verantwortlich für die Transaktion war der neue Deutschland-Chef Walter Raizner, der bisher das weltweite Speichergeschäft verantwortet hatte. Der bisherige Chef der IBM Deutschland GmbH, Erwin Staudt, war am Dienstag überraschend nach fünf Jahren abgelöst worden.
Unter Berufung auf Unternehmenskreise hieß es in dem Bericht weiter, IBM Deutschland habe im zweiten Jahr in Folge in der wichtigen Dienstleistungssparte Global Service die Vorgaben der US-Konzernzentrale verfehlt. Von dem im Sommer angekündigten, groß angelegten Abbau von mehr als 15.000 Stellen bei IBM weltweit war IBM Deutschland bisher kaum betroffen.
Text: @mey