17. Mai 2007 Spitzenreiter VfB will am Samstag das Stuttgarter Fußball-Märchen vollenden - Konkurrent FC Schalke 04 glaubt nicht mehr an eine Kehrtwende im Titelkampf. Wir machen uns doch langsam lächerlich, wenn wir schon wieder auf ein Wunder hoffen, sagte Schalkes Trainer Mirko Slomka vor dem finalen Fern-Showdown am Samstag.
Sein VfB-Kollege Armin Veh hofft auf die fünfte Stuttgarter Meisterschaft, will aber keine vorschnellen Glückwünsche annehmen: Wenn es aber nicht so sein und Schalke den Titel holen sollte, dann hätten sie es auch verdient. Dann würde ich meinem Kollegen Mirko Slomka von Herzen gratulieren.
Glatze für Veh?
Nur noch einen kleinen Schritt vom großen Ziel entfernt, wollen sich die Stuttgarter nicht mehr ins Stolpern bringen lassen. Zumal VfB-Kapitän Fernando Meira den Fans im Falle des Titelgewinns ein besonderes Schmankerl versprach: VfB-Trainer Veh soll eine Glatze verpasst bekommen. Wir sind 25 Spieler. Da kann er sich nicht groß wehren, sagte der Portugiese.
Personelle Sorgen plagen Veh keine. Bis auf den gesperrten Arthur Boka stehen ihm alle Akteure zur Verfügung. Offen ließ der VfB-Coach, ob der lange verletzte Top-Torjäger Mario Gomez von Beginn an spielen wird: Normalerweise ist er nicht eingeplant. Ich möchte es aber nicht definitiv ausschließen.
Doch auch ohne den Nationalspieler gehen die Schwaben als klarer Favorit in das Meisterschafts-Endspiel gegen Energie Cottbus: Schließlich stellten die Stuttgarter auch ohne Gomez den Vereinsrekord von sieben Siegen in Serie auf.
Schalke hofft auf Schützenhilfe
Vor dem kommenden Gegner ist den mit viel Selbstvertrauen ausgestatteten Schwaben-Profis nicht bange: Wir sind der Favorit und wollen unsere Fans mit einer guten Leistung begeistern, sagte Meira. Den Stuttgartern dürfte es gerade recht sein, dass den Lausitzern gleich vier Stammspieler fehlen. Energie-Coach Petrick Sander beschwor seine Profis, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren: Wir wollen uns nichts nachsagen lassen. Es gibt nicht Angenehmeres, als in einem vollen Stadion und so wichtigem Spiel anzutreten.
Auf Cottbuser Schützenhilfe müssen die Schalker auch bauen, wenn sie doch noch nach 49 Jahren die Meisterschale wieder in den Händen halten wollen. Manager Andreas Müller mag darauf aber nicht mehr setzen: Wir müssen realistisch sein. Und realistisch ist, dass wir mit einem Sieg gegen Arminia Bielefeld den zweiten Platz sichern können, um die direkte Qualifikation für die Champions League zu schaffen. Dafür müssen wir nun alles tun, forderte der 44-Jährige. Mit zwei Punkten Rückstand sitzt Werder Bremen den Knappen im Nacken und kann - einen Sieg beim VfL Wolfsburg vorausgesetzt - auch noch auf die direkte Qualifikation für die Königsklasse schielen.
Müller: wieder aufstehen
Rückhalt der Schalke-Elf wird gegen Bielefeld wohl Torwart Manuel Neuer sein, der am Donnerstag trotz eines Syndesmosebandanrisses das komplette Training mitmachen konnte. Die Übungseinheit abbrechen musste am Vatertag dagegen Abwehrspieler Christian Pander wegen wieder aufgetretener Rückenbeschwerden. Sein Einsatz ist fraglich. Dafür steht Stürmer Peter Löwenkrands nach sechwöchiger Verletzungspause vor der Rückkehr in den Kader. Der Däne konnte das Mannschaftstraining erstmals wieder vollständig absolvieren.
Die Schalker wollen nichts unversucht lassen, zumindest ihren Anteil zu der minimalen Chance auf den Meistertitel beizutragen. Eindringlich appelliert Müller an das Team: Nun lautet die Botschaft: Ab sofort gehen die Blicke nach vorn. Es geht darum, wieder aufzustehen und konzentriert auf das letzte Heimspiel am Samstag hinzuarbeiten. Die Jungs müssen zeigen, dass sie den Hebel nochmal umlegen können.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa