Zweite Liga

Duisburgs Daun stiehlt Daum die Show

05. Dezember 2006 Daun statt Daum - der Einstand von Christoph Daum als „Heilsbringer“ des 1. FC Köln ist gründlich mißraten. In Daums ersten Spiel auf der Trainerbank eines deutschen Profi-Klubs seit gut sechs Jahren unterlag sein Team im Zweitliga-Schlagerspiel gegen den MSV Duisburg mit 1:3 (0:2).

Der Duisburger Angreifer Markus Daun stahl dem prominenten Coach vor etwa 48.000 Zuschauern im Kölner WM-Stadion beim „Comeback des Jahres“ mit zwei Treffern (18./30.) die Show. Klemen Lavric machte mit seinem Treffer (80.) den Daum-Fehlstart perfekt. Daran konnte auch der Ehrentreffer von Mariano Tripodi (90.+2) nichts mehr ändern.

„Wie die Eichhörnchen“

Die Hoffnung der FC-Fans auf eine mit dem Amtsantritt von Daum einhergehende Zeitenwende erhielt damit einen ersten empfindlichen Dämpfer. Immerhin ist ein Aufstiegsplatz nun neun Punkte entfernt. Zudem sah Abwehrspieler Alpay in der 67. Minute nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote-Karte. Dagegen kehrte der reifere MSV mit dem verdienten Sieg mit nun 28 Punkten auf Rang 3 zurück. (Siehe auch: Ergebnisse und Tabelle, 2. Bundesliga)

„Natürlich hätte ich lieber gewonnen, und eine solche Heimniederlage ist bitter. Wenigstens weiß jetzt jeder, daß viel Arbeit vor uns liegt. Der MSV war klar besser, und wir sollten nun erst einmal das Wort Aufstieg nicht in den Mund nehmen, sondern wie die Eichhörnchen Punkt für Punkt sammeln“, kommentierte Daum seinen mißlungenen Einstand.

„Voller Sehnsucht auf Erfolg“

Dabei hatte aus Kölner Sicht alles so vielversprechend begonnen: Schon zu Wochenbeginn sorgte das erste von Rückkehrer Daum geleitete offizielle Training für Karnevalsstimmung. (Siehe auch: 1. FC Köln: Mer losse d'r Daum en Kölle . . .)

Unmittelbar vor dem Anpfiff verlegten einige Fans den Rosenmontag kurzerhand um elf Wochen vor: Sie trugen Daum-Masken, die sie zuvor aus einer Kölner Boulevard-Zeitung ausgeschnitten hatten. Ein Spruchband vor der Südtribüne mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen Christoph, eine Stadt wartete auf Dich voller Sehnsucht auf Erfolg“ gab die Erwartungshaltung wieder. Doch die gute Stimmung auf der Tribüne übertrug sich nicht auf die Mannschaft. Sie erwischte ein Fehlstart.

Wackelige Kölner Mannschaft

In der 18. Minute nutzte Stürmer Daun einen Abspielfehler in der FC-Deckung und überwand den zu weit vor seinem Tor postierten Kölner Keeper Stefan Wessels mit einem Heber aus 20 Metern. Nur zwölf Minuten später trat der erst zum zweiten Mal bei einem Meisterschaftsspiel in die Duisburger Startformation beorderte ehemalige Nürnberger zum 2:0. Ein Zuspiel von Marco Caligiuri drückte Daun aus kurzer Distanz über die Linie.

Dieser Doppelschlag hinterließ bei den vor allem in der Deckung unsicheren Kölnern Wirkung: Zwar waren sie bei Chancen von Adil Chihi (19.) und einem Latten-Kopfball von Matthias Scherz (33.) einem Treffer nahe, von Erstligareife aber meilenweit entfernt. Daran sollte sich auch nach dem Wiederanpfiff nichts ändern. Bei einem Distanzschuß traf Daun das Lattenkreuz. Gegen die nach dem Platzverweis von Alpay dezimierten Kölner gelang den Duisburgern sogar noch das 3:0 durch Lavric.

Aus einer sehr guten Duisburger Mannschaft ragten neben Torschütze Daun auch Innenverteidiger Iulian Filipescu und Mihai Tararache heraus. In der wackeligen Kölner Mannschaft konnte sich kaum ein Spieler beweisen.

1. FC Köln - MSV Duisburg 1:3 (0:2)

Köln: Wessels - Haas, Alpay, Mitreski, Ehret - Lagerblom, Matip (46. Epstein) - Scherz (61. Cabanas), Madsen (46. Tripodi), Chihi - Novakovic.

Duisburg: Koch - Weber, Filipescu, Schlicke (49. Lanzaat), Bugera - Tararache - Caligiuri (73. Willi), Mokhtari, Idrissou - Kurth, Daun (77. Lavric).
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Tore: 0:1 Daun (18.), 0:2 Daun (30.), 0:3 Lavric (80.), 1:3 Tripodi (90.+2)
Zuschauer: 48.000
Gelb-Rote Karte: Alpay (67.)
Gelbe Karten: Lagerblom (4), Mitreski, Cabanas (5), - Willi (2), Koch



Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa, REUTERS

 
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