FAZ.NET-Spezial: 15. Spieltag

Schalke wagt wenig und verliert die Führung

04. Dezember 2006 Die Galavorstellung des SV Werder Bremen und der Abschied auf Raten von Trainer Bert van Marwijk bei Borussia Dortmund standen im Mittelpunkt des 15. Bundesliga-Spieltages. Während sich die Bremer beim 3:1 gegen Hertha BSC für den Champions-League-Hit gegen den FC Barcelona einstimmten, mußten sich die Mitkonkurrenten FC Bayern München (1:1 gegen Borussia Mönchengladbach), VfB Stuttgart (0:0 beim FSV Mainz 05) und FC Schalke 04 (0:0 beim 1. FC Nürnberg) mit Punkteteilungen begnügen.

Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka kam am Sonntag nicht über ein torloses Remis in Nürnberg hinaus und belegt nun punktgleich mit Werder Bremen (30) aber einem deutlich schlechteren Torverhältnis Platz zwei. Im zweiten Sonntagsspiel feierte Eintracht Frankfurt einen 3:2 (2:1)-Erfolg bei Alemannia Aachen. Naohiro Takahara (14./43./61.) erzielte alle drei Tore für Frankfurt, Jan Schlaudraff (32.) und Christian Fiel (81.) trafen für Aachen.

Viel Wirbel löste die für das Saisonende beschlossene Trennung zwischen Borussia Dortmund und Trainer van Marwijk sowie die Spekulation um die Nachfolge des Holländers aus. Nach dem in letzter Minute durch ein Tor von Ebi Smolarek gesicherten 1:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg verkündeten Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und van Marwijk die Trennung zum kommenden Sommer. Watzke betonte, daß man dennoch Vertrauen habe, mit dem Trainer die Saisonziele erreichen zu können. Wer dem Holländer folgt, ließ der BVB-Geschäftsführer offen. „Wir haben uns bisher mit keinem Trainer geeinigt.“ Laut Medienberichten ist der Bielefelder Thomas von Heesen heißer Kandidat auf den Dortmunder Trainerstuhl.

Selbst Schaaf hat Spaß

Der Arminen-Coach dementierte nach dem 0:0 seiner Elf gegen Bayer Leverkusen heftig. „Ich habe weder in Dortmund noch woanders unterschrieben und lasse mich auch nicht unter Druck setzen“, sagte von Heesen. Die Bielefelder Clubführung reagierte nach der wochenlangen Debatte um die Vertragsverlängerung des Trainers genervt. Präsident Hans-Hermann Schwick sagte: „Wir sprechen in der Winterpause und ich hoffe, daß er bleibt.“

In bestechender Form präsentierte sich der SV Werder Bremen mit seinem Doppel-Torschützen Miroslav Klose. „Die erste Halbzeit gibt uns viel Selbstvertrauen, daß wir in Barcelona bestehen können“, sagte der Nationalspieler nach dem 3:1 gegen Hertha. „Das war mit die beste Halbzeit in dieser Saison“, freute sich Werder-Profi Tim Borowski über die Gala gegen die Berliner im ersten Abschnitt. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, der Mannschaft zuzuschauen“, befand Trainer Thomas Schaaf.

Hoeneß: „Kleiner Rückschlag“

Mit unerwarteten Punktverlusten im Titelrennen mußten der FC Bayern München und der VfB Stuttgart leben. Die Münchner kamen gegen den einstigen Erzrivalen Borussia Mönchengladbach über ein 1:1 nicht hinaus. Manager Uli Hoeneß sprach zwar von einem „kleinen Rückschlag“, freute sich aber für seinen Freund, Gladbachs Trainer Jupp Heynckes. „Wenn ich einem den Punkt gönne, dann ihm“, sagte Hoeneß. Michael Delura sorgte für den Ausgleich der auswärts weiterhin sieglosen Gladbacher, nachdem Martin Demichelis die Gastgeber in Führung gebracht hatte. Dennoch rutschte die Borussia auf einen Abstiegsplatz.

Stuttgarts Trainer Armin Veh haderte nach dem torlosen Remis in Mainz vor allem mit Schiedsrichter Babak Rafati, der dem VfB in der Schlußphase einen Foulelfmeter verweigerte. „Er war der schlechteste Mann auf dem Platz“, schimpfte Veh. „Wir hätten das Spiel ganz klar gewinnen müssen“, befand VfB-Profi Roberto Hilbert. Die seit vier Monaten sieglosen Mainzer gewannen dem Remis auch etwas Positives ab. „Die Gesamtsituation ist nicht hoffnungslos. Das müßte nun auch der Letzte gesehen haben“, sagte Trainer Jürgen Klopp.

Doll: „Noch genügend Kraft“

Der Hamburger SV hingegen stürzt nach der 1:2-Niederlage beim Mitkonkurrenten VfL Bochum immer tiefer in die Krise. Zudem verloren die Hanseaten auch noch ihren Kapitän Rafael van der Vaart nach einem Frustfoul durch Platzverweis. Während manche Fans auf die Barrikaden gingen, stehen Mannschaft und Klubführung weiterhin zum Trainer. Auch Thomas Doll selbst denkt nichts ans Aufgeben. „ich weiß, ich habe keine Argumente, weil die Resultate fehlen. Aber ich habe noch genügend Kraft“, sagte der HSV-Coach. Die Bochumer hingegen konnten durch die Treffer von Cristoph Dabrowski und Zvjezdan Misimovic die Abstiegsränge verlassen.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, REUTERS

 
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