Fußball

Der Bundesliga laufen die Stars davon

Ballack sagt den Bayern Servus

Ballack sagt den Bayern Servus

12. Mai 2006 Michael Ballack, Tomas Rosicky, Jan Koller und wahrscheinlich auch Dimitar Berbatow - die Liste läßt sich noch fortführen. Beim Saisonfinale an diesem Samstag (FAZ.NET-Liveticker) geben einige der ohnehin schon rar gewordenen prominenten Fußballer in der Bundesliga ihre Abschiedsvorstellung. Die deutsche Liga, hinter England, Spanien, Italien und sogar Frankreich nur noch zweite Wahl, muß einen weiteren Ausverkauf der Stars verkraften.

„Eine Weltklasse-Mannschaft kannst du nur haben, wenn der finanzielle Rahmen stimmt. Der stimmt bei uns - im Vergleich zu Italien, Spanien oder England - derzeit nicht“, klagt Manager Uli Hoeneß vom Double-Gewinner FC Bayern München. Hoeneß spricht von einem „Handicap“ gegenüber der internationalen Konkurrenz.

Höhere Fernseheinnahmen im Ausland

Jan Koller auf dem Weg nach England

Jan Koller auf dem Weg nach England

Weil die Klubs in den europäischen Spitzenligen von weitaus höheren Einnahmen aus den Fernsehverträgen profitieren und schwerreiche Klubeigentümer wie zum Beispiel in England der Russe Roman Abramowitsch beim FC Chelsea für zusätzliche Finanzspritzen sorgen, muß die Bundesliga tatenlos zusehen, wie sie weitere Attraktionen verliert - von Neueinkäufen namhafter Stars gar nicht zu reden.

Die Bayern als Deutschlands Vorzeigeklub bilden da keine Ausnahme. Daß der frühere Nationalspieler Jens Jeremies sowie der ehemalige Welt- und Europameister Bixente Lizarazu ihre Karriere beenden, hat Altersgründe. Doch Nationalmannschaftskapitän Ballack zieht es nicht nur wegen der sportlich besseren Aussichten, sondern auch auf Grund der besseren Verdienstmöglichkeiten wohl zum FC Chelsea.

Tomas Rosicky geht zu Atletico Madrid

Tomas Rosicky geht zu Atletico Madrid

Doch es liegt nicht nur am Geld. „Selbst wenn wir anders agieren wollten, soll sich doch niemand vorstellen, daß ein Ronaldinho oder Kaka nach Deutschland kämen. Die gehen nicht hierher. Dafür ist einerseits die Bundesliga derzeit nicht attraktiv genug. Es ist halt Deutschland, es ist das Wetter, es sind atmosphärische Umstände“, sagte Franz Beckenbauer in einem F.A.Z.-Interview.

15,7 Millionen für Berbatow

Auch der Brasilianer Ze Roberto wird den Rekordchampion nach dem Erhalt der Meisterschale am Samstag wohl verlassen. Für die Forderung von Willy Sagnol, die Bayern müßten auch mal einen Star wie den Brasilianer Adriano verpflichten, hatte die Klubführung nur ein müdes Kopfschütteln übrig. Selbst den Münchnern fehlen dazu die finanziellen Möglichkeiten.

London statt Leverkusen: Dimitar Berbatow

London statt Leverkusen: Dimitar Berbatow

Gleiches gilt für Bayer Leverkusen. Der Werksklub hat aus England ein Angebot von Tottenham Hotspur über 15,7 Millionen Euro für den bulgarischen Nationalstürmer Dimitar Berbatow vorliegen, der mit 20 Treffern in der Torschützenliste hinter Miroslav Klose auf Platz zwei liegt. „Uns war immer klar, daß ein Spieler wie Berbatow uns eines Tages verlassen wird“, sagt Bayer-Sportchef Rudi Völler.

BVB bald ohne Rosicky und Koller

Auch Jens Nowotny wird Leverkusen verlassen. Ob sich Bayer im Gegenzug wie in der Vergangenheit auf dem brasilianischen Markt bedient, ist fraglich. Denn dort machen sogar finanzkräftige Klubs aus Osteuropa der Bundesliga inzwischen Konkurrenz.

Ze Roberto wirbelt demnächst wohl woanders

Ze Roberto wirbelt demnächst wohl woanders

Ihre Abschiedsvorstellungen geben am Samstag auch die beiden tschechischen Nationalspieler Rosicky und Koller bei Borussia Dortmund. Rosicky wechselt zu Atletico Madrid, Koller wird es wohl nach England ziehen. Beim Revierrivalen Schalke 04 steht Christian Poulsen vor dem Absprung. Ein Publikumsliebling wie der Däne Ebbe Sand sagt ebenfalls „Tschüss“. Das letzte Spiel von Kapitän Zvonimir Soldo mit dem VfB Stuttgart fällt wegen einer Blinddarm-Operation aus. Bei Werder Bremen liebäugelt Johan Micoud mit einer Rückkehr nach Frankreich zu Girodins Bordeaux. Beim VfL Wolfsburg wird der an den FC Portsmouth ausgeliehene Andres D'Alessandro wohl nicht mehr zurückkehren.

Gegen den Trend verhält sich nur der Hamburger SV. Mit den Verpflichtungen von Rafael van der Vaart, Daniel van Buyten, Khalid Boulahrouz, Timothee Atouba und der Rückholaktion von Ailton hatten die Hanseaten zuletzt schon für frischen Wind gesorgt. HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer hat für die neue Saison bereits weitere Neueinkäufe angekündigt.

Text: FAZ.NET mit Material von sid
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Nutzen Sie jetzt Ihr Sonderkündigungsrecht. Beim Wechsel Ihrer Kfz-Versicherung winken bis zu 500 € Ersparnis. Jetzt online vergleichen und gleich abschließen.

Sprücheklopfer

„Die Köpfe müssen jetzt hochgekrempelt werden“

Der Spruch der Saison kam von Lukas Podolski

Fußballer, Trainer und Manager über dreckige Siege, langweilige Bayern, wackelnde Zähne, verhinderte Gärtner und Endspiele, die sich keiner wünscht. Die Sprüche der Bundesliga-Saison.

1. FC Kaiserslautern

Zwischen neu entflammter Leidenschaft und Zweifeln

Lautern setzt auf junge Spieler wie Daniel Halfar

Ein bißchen Schauspiel gehört dazu vor einer Bundesliga-Partie wie der in Wolfsburg, die „Endspiel“ heißt und im direkten Duell über den Klassenverbleib entscheidet. Nur ein Sieg rettet Lautern vor der Zweitklassigkeit.

VfL Wolfsburg

Ohne Anführer am Abgrund

Stefan Schnoor muß mit Wolfsburg ins Abstiegsendspiel

Wie geht es weiter in Wolfsburg? Was macht der allmächtigen Sponsor Volkswagen, wenn der VfL absteigt? Die Aussichten sind alles andere als rosig, weil es erhebliche finanzielle Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen gäbe.

Bundesliga

Borussia Dortmund will Stadion zurückkaufen

Der hochverschuldete Fußballbundesligist Borussia Dortmund steht vor dem Rückkauf des Stadions. Damit käme der Verein seinem Ziel näher, die bisher durch die sehr hohe Miete entstandene finanzielle Belastung deutlich zu senken.

Bayern München

Jens Jeremies beendet Karriere

Jens Jeremies (r.) im Pokalspiel gegen St. Pauli

Neben Michael Ballack und Bixente Lizarazu wird der FC Bayern auch den früheren Nationalspieler Jens Jeremies am Samstag offiziell verabschieden. Der 32 Jahre alte Mittelfeldspieler wird seine Karriere beenden.

Fußball

Podolski: „Nicht noch einmal zweite Liga“

Seine Unterschrift ist begehrt

Lukas Podolski möchte mit dem 1. FC Köln nicht wieder in die Zweite Bundesliga absteigen, auch wenn ihn sein derzeitiger Arbeitgeber dazu zwingen könnte. Er will rasch zum FC Bayern wechseln: „Ich bin Nationalspieler und muß mich mit den Besten messen.“

Fußball-Bundesliga

Auer verläßt FSV Mainz 05

Stürmer Benjamin Auer wird den Fußball-Bundesligaklub FSV Mainz 05 am Saisonende verlassen. Wie der Verein bekannt gab, habe der 25jährige den Klub informiert, daß er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde.

Fußball

„Das ist bitter“: Du-Ri Cha fühlt sich abgeschoben

Muß wieder aufgerichtet werden: Du-Ri Cha

Die erwartete Botschaft erreichte ihn auf Umwegen. Sie hat ihm nicht gefallen. Und: Es war nicht Dick Advocaat, der Du-Ri Cha am Donnerstag morgen anrief, um den Koreaner über das Ende seiner Weltmeisterschaftsträume zu informieren.

FAZ.NET-Spezial

FC Bayern wieder Meister - Endspiel zwischen Hamburg und Bremen

Zwei deutsche Meister

Spezial Der vorletzte Spieltag im Stenogramm: die Bayern bejubeln das Double, „Happy Auer“ in Mainz, Cha sichert Frankfurt den Klassenverbleib, Trainer Köppel kippelt in Gladbach, Lautern und Wolfsburg spielen den dritten Absteiger aus. FAZ.NET-Spezial.

Beckenbauer im Interview

„Wir werden noch an Ballack denken"

Beckenbauer: “Kein Zweifel, Ballack ist ein Weltklassespieler“

Franz Beckenbauer im F.A.Z.-Interview über die Bayern vor der 20. deutschen Fußball-Meisterschaft, den entscheidenden Unterschied zum FC Barcelona und die Stärken und Schwächen des scheidenden Michael Ballack.

Magath im Interview

„Mir kann keiner einreden, daß die Saison schlecht sein soll“

Magath: “Unsere gesamte Spielweise ändert sich“

Bayern-Trainer Felix Magath im Interview mit der Sonntagszeitung über den Hund von Uli Hoeneß, fehlende Anerkennung, die Qualität der Bundesliga, die Zeit nach Michael Ballack und seine Zukunft beim FC Bayern München.

Fußball

Scholl verlängert beim FC Bayern um ein Jahr

Scholl (r.) hat seinen Spaß bei den Bayern

Mehmet Scholl wird in der kommenden Saison weiter für den FC Bayern München spielen. Wie der Rekordmeister mitteilte, wurde der Vertrag mit dem 35 Jahre alten Mittelfeldspieler um ein Jahr verlängert.

Fußball

Der FC Sevilla krönt sich glanzvoll

Die Hände zum Himmel - und an den Uefa-Pokal

Für den FC Sevilla ist ein Fußball-Märchen wahr geworden: Durch das 4:0 im Uefa-Pokalfinale über den FC Middlesbrough sicherten sich die Spanier ihren ersten Titel seit 1948 - und die erste Trophäe auf der europäischen Fußball-Bühne.