Frankfurt will Anteil an Fraport aufstocken

15. Juli 2004 Fraport AG, Frankfurt. Die Stadt Frankfurt will ihren Anteil am Flughafenbetreiber Fraport auf 25,1 Prozent erhöhen. Darüber würden in nächster Zeit Gespräche mit dem Bund geführt, der sich von seiner Beteiligung in Höhe von 18,3 Prozent trennen wolle. Das sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Stadtwerke, Werner Lutz, am Donnerstag. Die Beteiligungsgesellschaft Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH gehört zu 100 Prozent der Stadt und hält 20,5 Prozent der Fraport-Aktien. Der Kauf der neuen Anteile im Wert von rund 100 Millionen Euro müßte komplett über Kredite finanziert werden. Die Finanzierung sei kein Problem, es gebe dafür hinreichende Signale vom Kapitalmarkt, sagte ein Sprecher der Stadtwerke auf Anfrage. Übernähme die Stadt Frankfurt die Anteile direkt, würden zwar niedrigere Zinsen gezahlt, aber es gäbe einige haushaltsrechtliche Probleme. Zudem müßte die Stadt bei einer Dividendenausschüttung Kapitalertragssteuer zahlen. Bei einem Erwerb durch die Stadtwerke fiele diese nicht an, weil die Stadtwerke mittelfristig im Durchschnitt einen Jahresverlust von 30 Millionen Euro erwirtschafteten.

Ein Anteil von mehr als einem Viertel sei strategisch wichtig für die Stadt, sagte Lutz: "Wir könnten dann zumindest eine Satzungsänderung verhindern." Frankfurt hielt über Jahrzehnte knapp 29 Prozent am Flughafen, beim Börsengang 2001 verringerte sich die Beteiligung jedoch auf das heutige Niveau. Das Land Hessen, das 32 Prozent an der Fraport AG hält, und die Stadtwerke sind an ihre Anteile bis 2011 gebunden. Der Bund habe sich ursprünglich ebenfalls verpflichtet, über einen längeren Zeitraum an der Beteiligung festzuhalten, sei nun aber verkaufsbereit. Wenn die Stadt 4,6 Prozent übernimmt, könnte der Rest der Bundesanteile zum Beispiel an der Börse plaziert werden.

Eine höhere Fraport-Beteiligung sei einerseits sinnvoll, damit Frankfurt über die künftige Entwicklung des Flughafens mitentscheiden könne, sagte Lutz. Andererseits erwartet er eine steigende Dividende und eine positive Wertentwicklung der Beteiligung. (dpa/noa.)

Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2004, Nr. 163 / Seite 14

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