07. Juni 2006 Der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund (BVB) hat sich einen Kredit über fast 80 Millionen Euro gesichert und damit die letzte Hürde auf dem Weg zum wirtschaftlich wichtigen Rückkauf seines Stadions genommen. Der BVB plant zudem weitere Maßnahmen zum Abbau seiner Schulden.
Borussia Dortmund und die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley hätten einen Vertrag über einen Kredit in einer Höhe von 79,2 Millionen Euro geschlossen, teilte der Champions-League-Sieger von 1997 am Mittwoch mit. 57,5 Millionen Euro davon sollten für den Rückkauf der verbliebenen Stadion-Anteile von der Commerzbank-Tochter Molsiris eingesetzt werden, die noch 51 Prozent an der Arena hält. Die Molsiris-Anteilseigner hatten sich bereits zu einem Verkauf bereit erklärt. Mit der Unterzeichnung des Kredit-Vertrags seien nun alle Bedingungen für den Rückkauf erfüllt, betonte der BVB. Ende der Woche solle die Summe an Molsiris überwiesen werden.
Kaufen statt mieten
Der einzige börsennotierte Bundesliga-Verein in Deutschland will sein Stadion vollständig zurückkaufen, um Miete zu sparen und so seine laufenden Kosten zu senken. Bei einem Scheitern des Geschäfts hätte dem Verein eine deutliche Abwärtsspirale gedroht, hatte der BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke prognostiziert. Das Dortmunder Stadion ist die größte der deutschen WM-Arenen und bietet rund 80.000 Zuschauern Platz.
Bereits vor einem Jahr hatte der BVB 43 Prozent der Stadionanteile von der Fondsgesellschaft Molsiris für 43 Millionen Euro zurückgekauft. Im Jahr 2002 hatte die Borussia 94 Prozent ihrer Stadion-Anteile an den Fonds für 75,4 Millionen Euro verkauft, um mit dem Geld den Ausbau des einstigen Westfalenstadions zu finanzieren.
Umschuldung vorantreiben
Die übrigen 21,7 Millionen Euro aus dem Kredit will der BVB zur Umschuldung nutzen. Zudem will der Verein 29 Millionen Euro, die aus einer Kapitalerhöhung in die Kassen fließen sollen, zum weiteren Abbau von Schulden einsetzen. Zum 31. Dezember 2005 hatten sich die Verbindlichkeiten des BVB auf 90,7 Millionen Euro belaufen. Ein Sprecher sagte, der BVB führe zudem mit Gläubigern Gespräche, um eine Umwandlung von Verbindlichkeiten in Eigenkapital zu erreichen. Dies sei ein denkbarer Schritt, um den Schuldenberg weiter abzubauen.
Text: Reuters
Bildmaterial: dpa