Telekommunikation

520 Millionen Mobiltelefone verkauft

10. März 2004 Mit einem Anstieg der verkauften Stückzahl von 20,5 Prozent hat der internationale Markt für Mobiltelefone das Jahr 2003 abgeschlossen. Insgesamt wurden nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Gartner rund 520 Millionen Handys im vergangenen Jahr verkauft. Nach Jahren eher verhaltenen Wachstums oder sogar rückläufiger Verkaufszahlen war 2003 damit ein sehr gutes Jahr für die Hersteller.

Nach Angaben von Ben Wood, dem zuständigen Analysten bei Gartner, haben die guten Verkäufe vor allem im vierten Quartal des Jahres auch die Hersteller überrascht und teilweise zu Lieferengpässen geführt. Auch das erste Quartal des Jahres 2004 sei bisher für die Handyhersteller gut gelaufen. Allerdings rechnet Wood im laufenden Jahr nicht mehr mit einem solch hohen Wachstum wie im Jahr 2003. Insgesamt geht er von einem Absatz von rund 580 Millionen Mobiltelefonen aus, was einem Zuwachs von rund 12 Prozent entspräche.

Nokia gibt ab - Siemens legt zu

Bemerkenswert an den Gartner-Zahlen ist außerdem, daß der eindeutige Marktführer Nokia erstmals seit langer Zeit auf Jahresbasis Marktanteile verloren hat. So sank der Anteil Nokias am Weltmarkt von 35,1 im Jahr 2002 auf 34,7 im vergangenen Jahr. Nach Ansicht von Wood ist dies unter anderem darauf zurückzuführen, daß Nokia auf den Wachstumsmärkten wie Indien, China oder Rußland starker Konkurrenz ausgesetzt ist, die vor allem durch aggressive Preise versucht, ihren Anteil auszuweiten.

Diese Strategie verfolgt nach Angaben von Wood vor allem Siemens. Es sei deutlich erkennbar, daß 2003 für Siemens ein gutes Jahr gewesen sei, auch wenn sich der Marktanteil nur leicht auf 8,4 Prozent verbessert habe. Während Siemens auf die preiswerten Einsteigerhandys setzt, verfolgt der Wettbewerber Samsung die entgegengesetzte Strategie, konzentriert sich auf die mittlere Preisklasse oder teure Handys und gewinnt noch Marktanteile hinzu. 10,5 Prozent der international verkauften Handys kamen von Samsung. Den amerikanischen Hersteller Motorola sieht Wood weiterhin unter Druck, zumal er jetzt auch auf seinem Heimatmarkt, den Vereinigten Staaten, die Marktführerschaft an den Wettbewerber Nokia abgeben mußte.

Text: jcw. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2004, Nr. 60 / Seite 16
Bildmaterial: F.A.Z.

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