Zweite Bundesliga

Pauli tanzt - Nürnberg kriselt - 1860 am Tiefpunkt

Superman hilft Sankt Pauli: René Schnitzler fühlt sich nach seinem Tor zum 3:0 als “Übermensch“

Superman hilft Sankt Pauli: René Schnitzler fühlt sich nach seinem Tor zum 3:0 als "Übermensch"

31. August 2008 St. Pauli tanzt zum ersten Saisonerfolg. Koblenz bleibt weiter ohne Gegentor - trifft aber auch nicht selbst. Die schwach in die Spielzeit gestarteten Traditionsklubs 1860 München und Nürnberg kriseln weiter. Der „Club“ rettet sich unter Interimstrainer Michael Oenning wenigstens zum Unentschieden, 1860 bleibt hingegen punktlos Schlusslicht.

Am anderen Ende der Tabelle bleibt Mainz 05, das am Freitag den VfL Osnabrück mit 4:2 besiegte. Am Montag könnten der SC Freiburg oder Hansa Rostock die Tabellenführung übernehmen, wenn der Sieger des direkten Duels mit mindestens drei Toren Vorsprung gewinnt. ()

St. Pauli fertigt Oberhausen ab

Der FC St. Pauli hat am dritten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga mit dem ersten Saisonsieg die drohende Krise abgewendet. Der Kiez-Klub gewann gegen Aufsteiger Rot-Weiß Oberhausen souverän 4:1 (3:0) und ließ mit vier Punkten den Gegner (3) in der Tabelle zunächst hinter sich.

Vor 21.017 Zuschauer machten Marius Ebbers (9.), Fabian Boll (27.) und Rene Schnitzler (45.) schon vor der Pause für die Gastgeber so gut wie alles klar. Filip Trojan (67.) erzielte mit dem 4:0 die endgültige Entscheidung, auch wenn Thomas Schlieter drei Minuten später noch mal verkürzte.

Der „Club“ verhindert weitere Pleite

Drei Tage nach dem Rücktritt von Trainer Thomas von Heesen musste der 1. FC Nürnberg in der 2. Fußball-Bundesliga die nächste Enttäuschung hinnehmen. Der Pokalsieger von 2007 kam mit Interimstrainer Michael Oenning auf der Bank gegen Alemannia Aachen nicht über ein 2:2 (0:2) hinaus. Immerhin zeigte der Bundesliga-Absteiger Moral und holte nach einem 0:2-Rückstand noch hochverdient einen Punkt.

Seyi Olajengbesi (17.) und Benjamin Auer (29.) sorgten vor der Pause für die glückliche Gästeführung. Doch nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit erzielten Christian Eigler (49.) und Daniel Gygax (68.) die Treffer zum Ausgleich. Angelos Charisteas verpasste in der 79. Minute den möglichen Siegtreffer der Nürnberger, als er mit seinem Kopfball nur den Innenpfosten traf.

Vor der Pause bestimmte der Club zwar über weite Strecken das Spiel, konnte allerdings mehrere hervorragende Chancen nicht nutzen. Die beste vereitelte Olajengbesi, der kurz vor seinem Führungstreffer mit einer spektakulären Rettungstat auf der Linie gegen Isaac Boakye klärte. In der zweiten Halbzeit verstärkte Nürnberg den Druck und verhinderte noch den zweiten Saisonsieg der Alemannia.

Ahlen stürzt die Löwen in die Grube

1860 München wartet weiter auf den ersten Punktgewinn. Die Mannschaft von Trainer Marco Kurz verlor am dritten Spieltag beim Aufsteiger Rot-Weiß Ahlen 1:2 (0:0). Die Gastgeber erhöhten mit ihrem zweiten Heimsieg vor 4223 Zuschauern ihre Bilanz auf sechs Zähler, die Löwen bleiben Schlusslicht.

Das 1:0 erzielte Marinko Miletic in der 56. Minute. Bei der Hereingabe von Miletic irritierte Phillip Heithölter am kurzen Pfosten den TSV-Keeper Philipp Tschauner und der Ball ging unberührt am langen Pfosten ins Netz. Daniel Bierofka erzielte zwar in der 84. Minuten den Ausgleich, doch Rene Müller besiegelte die dritte Münchner Pleite (90.+1). In der 69. Minute hatte bei den Gästen zudem Mathieu Beda die Rote Karte wegen einer Notbremse gegen Lars Toborg gesehen, ein katastrophaler Fehlpass von Sven Bender hatte zu der Situation geführt.

Torlos in Koblenz

Der SV Wehen Wiesbaden muss weiter auf seinen ersten Saisonsieg warten. Die Hessen kamen am dritten Spieltag nicht über ein torloses Remis bei der TuS Koblenz hinaus. Die Koblenzer, die noch kein Gegentor in der laufenden Spielzeit kassierten, blieben durch die Punkteteilung zum 14. Mal in Folge zu Hause ungeschlagen und verlängerten damit die mit Abstand beste Heimserie der Liga.

7957 Zuschauer im Oberwerth-Stadion sahen in der ersten Hälfte eine schwache Vorstellung beider Teams. Zwar erarbeiteten sich die Koblenzer gegen die defensiv eingestellten Gäste eine leichte Feldüberlegenheit, Chancen blieben dennoch Mangelware. Lediglich ein Freistoß des Türken Mustafa Parmak, den Wehens Torwart Alexander Walke glänzend partierte, sorgte für Gefahr (35.). Nach dem Seitenwechsel drängten die Einheimischen auf die Führung und hatten durch den US-Amerikaner Matthew Taylor die erste gute Möglichkeit im zweiten Abschnitt (47.). Allerdings wurden auch die Gäste bei ihren Gegenstößen gefährlicher.

Fürths Allagui zerstört spät die Frankfurter Siegträume

Aufsteiger FSV Frankfurt ist immer noch nicht in der 2. Liga angekommen. Die Hessen kamen am dritten Spieltag nicht über ein 1:1 (1:0) gegen die SpVgg Greuther Fürth hinaus und müssen damit weiter auf den ersten Saisonsieg warten. Auch die Fürther warten seit nunmehr acht Auswärtspartien in Folge auf einen Sieg. Angelo Barletta (30.) traf für den FSV, Sami Allagui (87.) für Fürth.

Vor 8521 Zuschauern in der WM-Arena waren die Gastgeber in der ersten Hälfte das deutlich torgefährlichere Team. Schon vor dem Kopfballtreffer des Italieners Barletta hätten die Hessen in Führung gehen können. Zunächst scheiterte Barletta am Fürther Torwart Sascha Kirschstein und der Latte (7.), dann konnte Dennis Hildebrand eine gute Gelegenheit nicht nutzen (16.). Cidimar hätte die mangelhafte Chancenverwertung der Einheimischen fast bestraft, doch FSV-Torwart Patric Klandt konnte den unplatzierten Kopfball des Brasilianers parieren (40.). Nach dem Seitenwechsel waren die Gäste zwar um den Ausgleich bemüht und hatten durch den eingewechselten Allagui eine erste gute Möglichkeit (62.). Nur drei Minuten später traf der gebürtige Tunesier per Kopf die Latte.

2. Fußball-Bundesliga, 3. Spieltag

1. FC Nürnberg - Alemannia Aachen 2:2 (0:2)
Zuschauer:
31.112
Tore:
0:1 Olajengbesi (17.), 0:2 Auer (29.), 1:2 Eigler (49.), 2:2 Gygax (68.)

FC St. Pauli - Rot-Weiß Oberhausen 4:1 (3:0)
Zuschauer: 21.017

Tore:
1:0 Ebbers (9.), 2:0 Boll (27.), 3:0 Schnitzler (45.), 4:0 Trojan (67.), 4:1 Schlieter (70.)

TuS Koblenz - SV Wehen Wiesbaden 0:0
Zuschauer:
7957

Rot-Weiß Ahlen - 1860 München 2:1 (0:0)
Zuschauer:
4223
Tore:
1:0 Miletic (56.), 1:1 Bierofka (84.), 2:1 Müller (90.+1)
Rote Karte:
Beda (München) nach einer Notbremse (69.)

FSV Frankfurt - SpVgg Greuther Fürth 1:1 (1:0)
Zuschauer:
8521
Tore:
1:0 Barletta (30.), 1:1 Allagui (87.)



Text: FAZ.NET mit dpa/sid.
Bildmaterial: dpa

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Sieg gegen Oberhausen: Pauli tanzt zum Saisonerfolg Gleichauf im Kampf um den Ball: Der Nürnberger Javier Pinola (r.) und Florian Müller beim 2:2 ihrer Klubs1:0!  Der Ahlener Torschütze Marinko Miletic (r.) nach seinem Führungstreffer beim 2:1-Sieg gegen 1860 MünchenKopfballstark: Das Führungstor durch Angelo Barletta reichte für den FSV Frankfurt gegen Fürth nicht zum ersten Saisonsieg Die Fans in Nürnberg zeigen sich erfreut über den Trainerabschied - und die Aufholjagd ihres “Clubs“Ahlen ist 1860 München ein Stück vorausGleiche Höhe, 0:0: Der Koblenzer Njazi Kuqi (l.) und der Wehener Marko Kopilas nehmen beim Kopfballduelldas Unentschieden vorneweg