Vögel

Zugvögel sprechen noch auf Restlicht an

Von juls

01. Juni 2005 Zugvögel sind in der Lage, Restlicht so zu verarbeiten, daß sie sich auch bei einem Nachtflug auf ihre Sicht verlassen können.

Eine deutsch-britische Forschergruppe um Henrik Mouritsen von der Universität Oldenburg berichtet in den "Proceedings" der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (Early Edition), daß für die Nachtsicht ein bestimmter Bereich im Gehirn, das sogenannte Cluster N, zuständig ist. Die Wissenschaftler verglichen die Gehirnaktivitäten von ziehenden Grasmücken und Rotkehlchen mit denen von nichtziehenden Zebrafinken und Kanarienvögeln. Nachts wurden in der Cluster-N-Region der Zugvögel erhöhte Mengen der Proteine "Zenk" und "cfos" produziert. Tagsüber kam die Produktion der beiden Proteine fast zum Stillstand.

Nur wenige Proteine bei Dunkelheit

Auch bei völliger Dunkelheit konnten nur wenige Proteine nachgewiesen werden. Die nichtziehenden Zebrafinken und Kanarienvögel hingegen zeigten weder zur Tages- noch zur Nachtzeit eine erhöhte Produktion der beiden Proteine. Für die Wissenschaftler ist dies ein Beweis dafür, daß die Zugvögel mit Hilfe des Cluster N das Restlicht in der Nacht verarbeiten und sich so orientieren.



Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2005
Bildmaterial: picture-alliance / dpa

 
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