06. August 2008 Die Zukunft sieht für viele Affenarten düster aus: Fast die Hälfte aller Primaten sind vom Aussterben bedroht, wie aus einer Studie der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) hervorgeht, die auf dem 22. Kongress der Primatologen in Edinburgh vorgestellt wurde. Diese Studie ist teil einer Untersuchung, die im Oktober auf dem Weltkongress der IUCN präsentiert werden wird.
Nach den Angaben der Wissenschaftler stehen 300 von 634 Primatenarten auf der Roten Liste für bedrohte Tiere. Dabei machen laut der Studie vor allem die Zerstörung der Regenwälder und die zunehmende Jagd auf Primaten dem Tierbestand zu schaffen. Vor allem die Situation in Südostasien sei ernst: 90 Prozent der Affenarten in Vietnam und Kambodscha seien in Gefahr; sie würden vor allem gejagt, um in China für traditionelle Medikamente verarbeitet zu werden.
Schutz für Primaten
In ganz Asien seien 70 Prozent der Primaten vom Aussterben bedroht. Auch für Afrika zeichnet die IUCN ein deprimierendes Bild: Elf von dreizehn Stummelaffenarten seien dort bedroht.. Diese kleinen Affenarten drohen nach IUCN-Angaben noch eher auszusterben als größere Vertreter wie Gorillas oder Bonobos.
IUCN-Vertreter fordern deshalb einen sofortige Unterbindung der Jagd auf Primaten und einen effektiveren Schutz ihrer Lebensräume. Nach der Studie gibt es aber nicht nur schlechte Nachrichten. Einige Primatenarten haben sich dank der Erhaltungsprogramme erholen können. In Brasilien seien zwei Tamarinarten erfolgreich vor dem Aussterben bewahrt worden. Auch die Berggorillas haben sich laut IUCN im geschützten Hochland von Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo wieder vermehrt und könnten bald von vom Aussterben bedroht auf gefährdet heruntergestuft werden. Vor weniger als einem Jahr hatte eine Kommission von Primatenspezialisten der Internationalen Naturschutzunion berichtet, 29 Prozent aller Affenarten seien vom Aussterben bedroht.
Text: AFP