Atomlager
Es sickert die Lauge, es rostet der Müll
Ein unterirdischer Komplex von Schächten, Fahrstrecken und Kammern durchzieht den Asse-Salzstock. In 13 dieser Kammern wurde radioaktiver Abfall eingelagert (rot).
Gefahr droht dem hundert Jahre alten Bergwerk vor allem von Laugenzuflüssen, die seit 1988 im Bereich der Südflanke aus dem Deckgebirge eindringen. Radioaktive Lauge sammelt sich außerdem vor einer Einlagerungskammer auf der 750-Meter-Sohle; sie stammt ursprünglich aus den feuchten Kaliabbauten der Nordflanke und wurde bislang in den Tiefenaufschluss (violett) verklappt.
Der weitaus größte Teil der Grube (blau) wurde inzwischen mit Salz und anderen Materialien verfüllt. Stilllegungspläne sehen vor, das gesamte Bergwerk mit einem sogenannten „Schutzfluid” zu fluten. Dadurch soll verhindert werden, dass die Lauge aus dem Deckgebirge das leichter lösliche Kalisalz zersetzt und das gesamte Grubengebäude zusammenbricht.