Nanobakterien

Kleinste Bakterien mit Hang zu Hitze und Säure

Von Joachim Müller-Jung

27. Dezember 2006 Nanobakterien von der Größe einiger Viren, möglicherweise die kleinsten bisher bekannten freilebenden Lebensformen, haben Wissenschaftler der University of California in Berkeley in dem extrem sauren, pinkfarbenen Schlick der Richmond-Mine am kalifornischen Iron Mountain entdeckt.

Die Mikroben messen knapp zweihundert Nanometer und besitzen damit nicht einmal ein Drittel der Größe der ersten vor einigen Jahren entdeckten Nanobakterien. Die Wissenschaftler haben die Gene dreier bisher unbekannter Mikroben mit der sogenannten „Shotgun“-Sequenzierungstechnik herausgefischt.

Bakterien zählen zu Thermophilen

Wie andere Nanobakterien gehören sie zwar zu den seit Milliarden Jahren auf der Erde lebenden Archaea, und die Genanalyse hat gezeigt, daß sie zu den Thermophilen - den hitzeliebenden Arten - zählen, aber ansonsten unterscheiden sich die als „Arman“ bezeichneten Bakterien von allen anderen Archaea-Stämmen deutlich (“Science“, Bd. 314, S. 1934).

Sie beziehen ihre Energie offenbar durch die Oxydation von Eisen, wobei eine an Schwefelsäure reiche grünliche Brühe entsteht, die weiteres Eisen und Schwefel aus dem Pyritgestein herauslöst. Ob die Kleinstbakterien tatsächlich unabhängig von anderen Organismen gedeihen, oder ob sie wie die meisten bekannten Nanobakterien im Innern größerer Mikroben vegetieren, muß erst noch durch Kultivierungsexperimente geklärt werden.

Text: jom / F.A.Z., 27.12.2006

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