
Richtig ist, dass es normal geworden ist, täglich über 1000 Autos mit konsumierenden Passagieren von Deutschland nach Dänemark oder Norwegen zu bringen. Diese Menschen haben das Geld und wollen eine billige Schiffreise irgendwo hin nach Skandinavien. Dabei wird konsumiert und übrig bleibt Müll und Abwasser, wie immer in einer Gesellschaft der Industriestaaten. Billig ist diese Schiffreise aber nur, wenn das Abwasser nicht kostenpflichtig "entsorgt" bzw. gereinigt werden muss, sondern einfach in das Meerwasser geleitet wird. Da halen die Vorschriften und Richtlinien nicht Schritt mit einer sich im Luxus entwickelnden Gesellschaft. Ob da die Lobby der Rederein dahinter steckt. Warum müssen wir eigentlich soviel Reisen und Konsumieren ?

Eine Lösung des Problems wäre sicherlich - wie das bei vielen Umständen der heutigen Mobilität der Fall ist -, dass man einfach auf seinen (Schiffs-)Urlaub verzichtet und - wie früher viele Menschen - den Urlaub in Balkonien verbringt. - Aber es ist ja in den reichen Industrieländern (Wem ist es auch zu verdenken? Der Mensch ist ja so geartet, dass er, wenn er einmal eine gewisse Stufe des Luxus gewöhnt ist, diese nicht mehr aufgeben will, ja, sie als "normal" empfindet.) zur Normalität geworden, dass man im Jahr mindestens einmal in Urlaub fährt, oft auch mehrmals.
Wer also nicht nur Umweltschutz heucheln, sondern aktiv etwas tun möchte, der mag: vor allem kein Auto benutzen und zuhause bleiben statt in Urlaub zu fahren.
Allerdings wird eine solche Lösung aufgrund der Übersättigung der deutschen Konsumgesellschaft kaum auf Gegenliebe stoßen.
Darum wäre es eigentlich wichtig, ein Bewusstsein für die Übersättigung der unsrigen deutschen Gesellschaft zu schaffen und scheinbar "normale", "alltägliche" "Selbstverständlichkeiten" wie das eigene Auto, die Brötchen zum Aufbacken und viele andere Dinge abzuschaffen.
Eine solche Haltung wäre das eigentliche Ziel jeglicher Umweltschutzkampagnen.

Auch über solch ein unangenehmes Thema muss berichtet werden, keine Frage. Allerdings war ich mir einen Moment nicht mehr sicher, ob ich mich noch auf der website der FAZ befinde. Bisher war ich stolz darauf, dass meine Zeitung stets Haltung und sprachlichen Stil zu bewahren weiß - auch wenn die Nachricht zum Himmel stinkt. Muss es denn wirklich "Klo" und "besch..." heißen? Reißerisch zwar, Aufmerksamkeit erhöhend vielleicht, aber hat die FAZ das nötig ?