20. März 2007 Durch die Lüfte zu segeln ist eine besonders energiesparende Art der Fortbewegung. Somit erstaunt es nicht, dass sich die Fähigkeit zum Gleitflug im Tierreich mehrmals unabhängig voneinander entwickelt hat. Gleithörnchen, Flugdrachen und fliegende Frösche sind bekannte Beispiele für heute lebende Vierbeiner, die diese Technik verkörpern.
Die Wissenschaft kennt aber auch etliche fossile Zeugen dafür, dass der Gleitflug schon früh zum Überwinden meist kleinerer Distanzen genutzt wurde. Zu diesen Fossilien gesellt sich jetzt ein bemerkenswerter Fund in der chinesischen Provinz Liaoning. Es handelt sich um eine rund 15 Zentimeter lange Eidechse aus der frühen Kreidezeit.
Hervorstechendes Merkmal des Schuppenreptils, das den Namen Xianglong zhaoi erhielt, sind stark verlängerte Rippen mit einer daran aufgespannten, glatten Flughaut. Eine ähnliche Konstruktion findet sich beim heutigen Flugdrachen sowie bei Kuehneosauriern aus der Triaszeit, wie Paläontologen um Xing Xu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in den Proceedings der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften schreiben.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Zhao Chuang und Xing Lida