Weichschildkröte

Ihre Eier werden an geheimen Orten ausgebrütet

14. Oktober 2004 Millionenfach werden sie verspeist, sie gelten als der Gesundheit förderlich oder werden in Terrarien gehalten. Etwa 180 Süßwasserschildkrötenarten sind bekannt, für einige seltene Exemplare zahlen Liebhaber bis zu 1000 Dollar pro Kilogramm.

Schon auf der elften Vertragskonferenz von Cites in Nairobi wurden nach einem Antrag Deutschlands und der Vereinigten Staaten alle zehn Arten der Gattung "Cuora" (Scharnierschildkröten) in den Anhang II aufgenommen. Im Spätherbst 2002 folgten in Santiago de Chile weitere 20 Arten, Hauptantragsteller waren wieder Deutschland, Amerika und China - das Land also, wo erst auf Tiermärkten Schildkröten entdeckt wurden, die der Wissenschaft noch unbekannt waren.

In Bangkok standen nun acht weitere Anträge zur Abstimmung. Verhandelt wurde unter anderem über die Asiatische Weichschildkröte und die Plattrückenschildkröte; ihre Verbreitungsgebiete befinden sich vor allem in Ost-, Süd- und Südostasien. Insgesamt wurden für sechs besonders gefährdete Arten strikte Handelsvorschriften beschlossen. Ob sie mit einer Listung im Anhang II vor der Ausrottung bewahrt werden können, bleibt abzuwarten. Viele Arten überlebten nur, weil Organisationen wie der WWF die Eier von Süßwasserschildkröten an sichere Plätze zum Ausbrüten bringen.



Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2004, Nr. 241 / Seite 9
Bildmaterial: dpa

 
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