08. August 2007 Der chinesische Flussdelfin (Lipotes Vexillifer), auch Jangtse-Delfin oder Baiji genannt, ist vermutlich die erste Walart, die in Folge menschlicher Aktivitäten ausgestorben ist. Eine intensive, sechs Wochen lange Suche mit mehreren Schiffen im vergangenen November und Dezember, bei der auch nach akustischen Hinweisen gefahndet wurde, ist jedenfalls erfolglos geblieben. Das berichtet jetzt eine Forschergruppe in den Biology Letters der Royal Society.
Der Baiji, ein Süßwasserdelfin, der früher im Mittel- und Unterlauf des Jantsekiangs und im benachbarten Fluss Qiantang in Ostchina anzutreffen war, ist schon lange zu den seltensten und am meisten bedrohten Säugetierarten gezählt worden.
2002 das letzte Foto
Im Qiantang ist der chinesische Flussdelfin schon seit ungefähr 50 Jahren nicht mehr gesehen worden. In der Zeit von 1979 bis 1981 wurde die Zahl der Individuen im Jangtsekiang auf rund vierhundert geschätzt. Damals fanden viele Exemplare als Beifang beim Fischen den Tod. Auch andere kleine Walarten werden auf diese Weise unbeabsichtigt dezimiert.
In der Zeit von 1997 bis 1999 wurde die Zahl der übrig gebliebenen Baijis nach intensiven Suchen auf dreizehn geschätzt. Danach gab es nur noch zwei verlässliche Hinweise auf ihre Existenz. 2001 wurde ein gestrandetes schwangeres Weibchen gefunden, und 2002 wurde ein letztes Mal ein lebendes Exemplar fotografiert. Vereinzelte Sichtungen von Fischern konnten nicht verifiziert werden.
Text: F.A.Z., 07.08.2007, Nr. 181 / Seite 32
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa
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