19. Mai 2003 Bienenstöcke haben typischerweise eine Temperatur zwischen 33 und 36 Grad. Die Bienen sorgen akribisch dafür, daß diese Temperatur gehalten wird. Sie bringen Wasser zur Kühlung mit, oder erwärmen den Stock durch energische Bewegungen. Und das hat einen guten Grund: Die Temperatur in Bienenstöcken ist sehr wichtig für die Entwicklung der jungen Bienen. Falls es nämlich zu kalt ist, bleiben die Bienen ungeeignet für Flüge zur Nahrungssuche und können mit ihren Mitarbeiterinnen nur schlecht kommunizieren.
Das fanden Jürgen Tautz und seine Kollegen von der Universität Würzburg heraus. Sie hielten in drei Bienenstöcken die Temperatur konstant bei 32, 34,5 und 36 Grad. Die Bienen aus dem kaltgehaltenen Stock zeigten bei der Hausarbeit keine Unterscheide zu den Bienen, die in wärmerer Umgebung aufwuchsen. Von Ausflügen kehrten allerdings die wenigsten zurück. Und wenn sie wiederkamen, waren ihr Schwänzeltänze, mit denen sie den anderen Bienen den Ort von Futterplätzen zeigen wollten, nicht vollständig. Außerdem reagierten sie viel schwächer auf Gerüche als die Bienen aus wärmeren Stöcken.
Tautz und sein Team folgerten, daß die Temperatur im Stock bei Bienen erheblich zur Entwicklung von Orientierungssinn und Kommunikationsfähigkeit beiträgt. Außerdem scheinen bei der Futtersuche solche Fähigkeiten wichtiger zu sein als bei der Hausarbeit. Also bleiben offensichtlich die weniger begabten Bienen zu Hause.
Text: @cop
Bildmaterial: AP, Brigitte Bujok/beegroup Uni Würzburg