19. Januar 2004 Blindmäuse verfügen über ein differenziertes System, um sich in ihren komplizierten unterirdischen Tunneln zurechtzufinden.
Schon früher hatte die Wissenschaft gezeigt, daß Säugetiere mit hilfe innerer Hinweise wie Balance und Bewegung über kurze Strecken ohne sichtbare Orientierungshilfen auskommen. Tali Kimchi und Kollegen veröffentlichten jetzt in den Proceedings der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften, daß Blindmäuse sich für lange Strecken am Erdmagnetfeld orientieren.
Mäuse im Test
Um das herauszufinden, unterzogen die Forscher die Blindmäuse zwei Tests. Im ersten setzten sie die Blindmäuse in ein strahlenförmiges Labyrinth und maßen die Fähigkeit der Mäuse, zum Mittelpunkt zurückzukehren. Bei einer Änderung des Magnetfeldes konnten die Blindmäuse den richtigen Ort weniger genau finden.
Im zweiten Test kamen die Blindmäuse in ein rechteckiges Labyrinth. Unter normalen Bedingungen suchten die Tiere eine Abkürzung von einem Ende zum anderen. Nach einer Magnetfeldänderung machten sie mehr Umwege. Die Forscher fanden anhand der Versuche auch, daß die Mäuse ihren inneren Kompaß nur für längere Strecken nutzten. Die Navigation über kurze Strecken wurde von Magnetfeldänderungen nicht beeinflußt.
Text: @cop
Bildmaterial: dpa