27. Juni 2007 Die Meeresalge Phaeocystis hält nichts von starren Formen. Mal tritt sie in Form einzelner Zellen auf, ein andermal vereint zu großen Kolonien. Mit dieser Strategie kann die Algenpopulation ihre Verluste durch Fressfeinde minimieren.
Das berichten Forscher um Mark Hay vom Georgia Institute of Technology in Atlanta in den Proceedings der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften. Mit einem Durchmesser von vier bis sechs Mikrometern sind die Zellen der untersuchten Art Phaeocystis globosa ein passender Happen für Wimpertierchen.
An die Bedrohung angepasst
Wenn sich Massen der Meeresbewohner über die Algen hermachen, werden Substanzen abgegeben, die auf benachbarte Phaeocystis-Zellen als Warnsignal wirken. Die Algen zeigen dann mehr Gemeinsinn und lagern sich häufiger als zuvor zu Kolonien zusammen.
Mit einem Durchmesser von bis zu 30.000 Mikrometern sind die gallertartigen Gebilde für Wimpertierchen bei weitem zu stattlich. Größeren Räubern, Ruderfußkrebsen etwa, sind solche Brocken indes lieber als einzelne Zellen. Werden aber zu viele Kolonien verspeist, wechseln die Algen wieder die Taktik und ziehen eine Existenz als Einzelzellen vor.
Text: R.W. / F.A.Z., 27.06.2007, Nr. 146 / Seite N1
Bildmaterial: Robert Anderson