31. Juli 2006 Das Ebolavirus ist inzwischen zu einer ernsten Gefahr für den Fortbestand der Gorillas im Kongogebiet geworden. Das schließt ein französisches Forscherteam um Nelly Menard von der Université de Rennes aus ihren Feldstudien, die sie zwischen 2001 und 2005 in der Demokratischen Republik Kongo vorgenommen haben.
Im Dezember 2003 registrierten die Wissenschaftler im Odzala-Kokoua-Nationalpark, wo Tausende von Gorillas leben, eine Ebola-Epidemie. Sie konzentrierten sich bei ihren Beobachtungen auf gut hundert soziale Gruppenverbände, die insgesamt etwa 400 Affen umfaßten. Dazu gehörten auch einige männliche Tiere, die als Einzelgänger lebten. Bis Ende Juli 2004 waren 95 Prozent der in den Gruppen lebenden Tiere an einer Ebola-Infektion gestorben.
Hohe Ansteckungsgefahr in der Gruppe
Von den einzeln lebenden Affen waren es 77 Prozent. Die Ansteckungsgefahr war innerhalb einer Gruppe am größten, berichten die Forscher in einem Leserbrief in der Zeitschrift Current Biology(Bd.16, S.489). Möglicherweise haben die Tiere den Erreger aber nicht nur innerhalb einer Gruppe weitergegeben, sondern sich unabhängig voneinander an derselben natürlichen Quelle infiziert.
Dagegen haben sie den Erreger offenbar nicht sehr häufig von einer Population auf eine andere übertragen, obgleich die Gorillas anderen Gruppen an fruchttragenden Bäumen, an Wasserstellen oder auf Lichtungen begegnet sein dürften. Die natürliche Quelle der Epidemie kennt man noch immer nicht, wahrscheinlich sind es Fledermäuse. An Gorilla-Kadavern hatten sich auch Dorfbewohner angesteckt, 29 Personen waren gestorben.
Text: bh. / F.A.Z., 01.08.2006, Nr. 176 / Seite 32
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