24. Oktober 2007 Jedes Jahr im späten Frühling können Biologen am Großen Barriere-Riff vor der australischen Küste ein besonderes Phänomen bestaunen. In Vollmondnächten setzen dann nämlich Hunderte von Korallenarten wie auf Kommando ihre Geschlechtszellen ins Wasser ab.
Als Auslöser wirkt offensichtlich das Mondlicht. Bislang war aber ungeklärt, wie die Organismen es wahrnehmen können. Meeresforscher um Oren Levy und Ove Hoegh-Guldberg von der University of Queensland haben nun Korallentierchen der Art Acropora millepora genauer unter die Lupe genommen.
Weit verbreitete Sensoren
Dabei stellte sich heraus, dass die Organismen über stammesgeschichtlich alte Photorezeptoren verfügen, sogenannte Cryptochrome. Diese sprechen bevorzugt auf Licht im blauen Spektralbereich an. In Vollmondnächten werden die Cryptochrom-Gene intensiver abgelesen als bei Neumond, wie die Forscher in der Zeitschrift Science“ (Bd. 318, S. 467) berichten. Cryptochrome sind im Tierreich weit verbreitet. Sie kommen etwa bei Insekten und Säugern vor. Bei Zugvögeln scheinen sie an der Wahrnehmung des Erdmagnetfeldes mitzuwirken.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Centre for Marine Studies, University of Queensland