Biologie

Dem Aussterben auf der Spur

Madagaskar heute: Menschen und importiertes Vieh

Madagaskar heute: Menschen und importiertes Vieh

01. September 2003 Als die Menschen nach Madagaskar kamen, landeten sie im Südwesten, jagten und setzten die Wälder und Wiesen in Flammen. Dadurch starben einige Tierarten aus. Diesen Schluß legen die Studien an Pilzsporen nahe, die Forscher aus der Fordham University unternahmen.

Madagaskar ist heute vornehmlich Buschland. Die Tiere, die auf der Insel überlebt haben, leben im unwegsamen Inneren. Es gibt dort kaum große Säugetiere. Das war nicht immer so. Fossilien belegen, daß auf Madagaskar Pygmäen-Nilpferde, Riesenlemuren und Elefantenvögel lebten. In deren Dung lebten Pilze namens Sporormiella.

Große Säugetiere waren bis 200 vor Christus auf Madagaskar heimisch

Die Sporen dieses Pilzes untersuchten jetzt David Burney und sein Team und veröffentlichten ihre Ergebnisse in den Proceedings der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften. Die Funde belegen, daß es den Pilz bis 200 vor Christus in großer Menge gab - ein Indiz, daß auch die großen Säugetiere auf Madagaskar heimisch waren.

Aus den folgenden zwei Jahrhunderten fanden die Wissenschaftler fast keine Sporen des Pilzes. Zur gleichen Zeit entstanden aber Kohlereste, deren Entstehung Menschen zugeschrieben wird. Nach dem Jahr 900 nach Christus gab es wieder mehr Pilzsporen - das deutet Burney und Kollegen zufolge darauf hin, daß importiertes Vieh sich vermehrte. Aus den Ergebnissen der Studie entsteht das Bild eines brennenden Menschen, der die heimische Flora zerstört.

Text: @cop
Bildmaterial: dpa

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