Muss Außenminister Steinmeier den Dalai Lama treffen? Es kann der Regierung auch künftig nicht zur Pflicht gemacht werden, jedes Mal ein hochoffizielles Treffen zu arrangieren, wenn das geistliche Oberhaupt der Tibeter seine zahlreichen Anhänger in Deutschland besucht. Von Stefan Dietrich
Trotz der Loslösung des Kosovos ist die Parlamentswahl in Serbien weit weniger dramatisch ausgefallen als viele vorausgesagt haben. Vom vermeintlichen Sieg der sogenannten proeuropäischen Parteien um Präsident Tadic sollte sich die EU aber nicht täuschen lassen. Von Michael Martens
Mit einer Kampagne gegen den thüringischen CDU-Politiker Peter Krause ist es einem bemerkenswerten Bündnis gelungen, ihn als Kultusminister des Landes zu verhindern. Für seinen Abschuss reichte es, vor zehn Jahren für eine rechtskonservative Wochenzeitung und andere rechte Magazine geschrieben zu haben. Von Richard Wagner
Das Verhalten der Machthaber in Burma ist nicht nur zynisch - es ist ein Verbrechen. Die Generäle lassen einfach ihre Namen auf die Kisten mit internationalen Hilfsgütern schreiben und behaupten frech, das seien ihre Geschenke. Von Oliver Hoischen
Durch ständigen Druck soll Kurt Beck dazu gebracht werden, auf die Kanzlerkandidatur zu verzichten. Es mehren sich die Zweifel, ob er die Aufgabe meistern kann, die SPD zu führen. Illoyalität, Vorwürfe und Unzufriedenheit haben sich für ihn zu einem gefährlichen Gebräu vermengt. Von Günter Bannas
Was vor Monaten als Staatskrise begann, ist zu einem erbitterten Machtkampf zweier Lager geworden, der durch Einflüsse von außen angeheizt wird. Das ist das Schicksal des Libanon, in dem die religiösen Minderheiten die Konflikte der Nachbarstaaten austragen. Von Wolfgang Günter Lerch
Die Katastrophe in Burma geht alle an - nicht nur das herrschende Regime. Gerade wer die Charta der Vereinten Nationen und den Schutz der grundlegenden Menschenrechte ernst nimmt, kann deren massenhafter Verletzung nicht tatenlos zusehen. Von Reinhard Müller
Vierzig Jahre Besatzung stehen der Erfolgsgeschichte von sechzig Jahren entgegen. Wenn Israel seine Identität, Demokratie und demographische Mehrheit wahren will, muss rasch über einen eigenen palästinensischen Staat verhandelt werden. Doch eine große Sehnsucht nach Sicherheit lähmt den Mut zum Frieden. Von Jörg Bremer
Die Zweideutigkeiten der russischen Außenpolitik stehen den Beziehungen zum Westen im Wege. Einsichten dieser Art waren unter Putin jedoch nicht gefragt. Wird Medwedjew mehr tun, als nur Putins Mantras nachzubeten? Von Michael Ludwig
Die Verfassungsrichter haben ein deutliches Signal gesetzt. Es richtet sich an alle, die das Karlsruher Dogma, die Bundeswehr sei ein Parlamentsheer, nicht allzu ernst nehmen. Bewaffnete Einsätze sind nur mit Zustimmung des Bundestages möglich. Von Reinhard Müller
Ungeachtet des verheerenden Zyklons will das Militärregime in Burma an dem Verfassungsreferendum festhalten. Dies soll dem Machterhalt der Generäle dienen. So verhöhnen sie die Opfer des Wirbelsturms. Die Weltgemeinschaft sollte das der Junta nicht durchgehen lassen. Von Peter Sturm
Hillary Clintons Vorschlag, die Benzinsteuer im Sommer nicht zu erheben, hat die Kampagne der Senatorin nicht wie gewünscht elektrisiert. Obama dagegen hat nach seiner jüngsten Schwächeperiode besser abgeschnitten, als es vorausgesagt worden war. Von Klaus-Dieter Frankenberger
Das Parlament wird sich stets dem Vorwurf ausgesetzt sehen, es bediene sich selbst. Die Einkünfte der Bundestagsabgeordneten sind nicht unmäßig hoch. Anders ist es mit der Altersversorgung. Dort sollten Abgeordnete sich nicht völlig außerhalb jedes Systems stellen. Von Reinhard Müller
Labour ist nicht nur personell, sondern auch inhaltlich erschöpft. Brown hat von Blairs Themenliste nichts gestrichen, ihr aber auch nichts hinzugefügt. Wenn er die nächste Nachwahl in zwei Wochen nicht gewinnt, dann bleiben ihm keine Siegeshoffnungen und keine Disziplinierungsmittel mehr. Von Johannes Leithäuser