Die internationale Gemeinschaft steht in Afghanistan vor einem Scherbenhaufen. Denn die Kultur am Hindukusch bietet offenbar zu wenige Anknüpfungspunkte für eine Demokratie, die auch den Ansprüchen des Westens standhält. Von Jochen Buchsteiner
Die Bundesanwaltschaft beschäftigt der Luftangriff bei Kundus. Fehler müssen geahndet, Straftaten verfolgt werden. Aber die Streitkräfte brauchen rechtliche Klarheit und das Grundvertrauen, dass die Politik ihren Auftrag auch dann gutheißt, wenn es ernst wird. Von Reinhard Müller
Es bleibt zu hoffen, dass der neue Innenminister de Maizière weiß, was er tut, wenn er in Zeiten wie diesen auf die Erfahrung, die Kenntnisse und die Kontakte eines auf dem Gebiet der Terrorabwehr so bewanderten Fahrensmannes wie des ehemaligen BND-Präsidenten Hanning verzichtet. Von Berthold Kohler
Immer wieder einmal - so auch jetzt - wurde gemunkelt, dass Palästinenserpräsident Mahmud Abbas seinen Rückzug ankündigen wolle. Doch bis heute weiß niemand zu sagen, wer sein Nachfolger werden solle. Von Wolfgang Günter Lerch
Dass Jamaika für die Partner, die sich im Saarland zusammengerauft haben, einen Preis hat, dürfte allen klar sein. Die Frage ist nur, wie hoch er sein wird. Es ist gut möglich, dass das Saarland ein weiterer Vorbote für eine im Kern schwarz-grüne Koalition im Bund ist. Von Reinhard Müller
Die Entscheidung des GM-Verwaltungsrats, Opel nun doch nicht zu verkaufen, kann man als Affront gegen die Kanzlerin und als Brüskierung Berlins werten. Zorn und Empörungsrhetorik kaschieren aber lediglich die Blamage nach den deutschen Rettungsversuchen. Von Klaus-Dieter Frankenberger
Welch' schwere Geburt! Das tschechische Verfassungsgericht sieht im Vertrag von Lissabon keine Beschränkung der Souveränität des Landes, und deshalb hatte auch Staatspräsident Klaus keine Ausrede mehr, die Ratifikation des Vertrages hinauszuzögern: Er hat unterzeichnet. Von Klaus-Dieter Frankenberger
War das wirklich die Bundeskanzlerin, die da sprach? Die nüchterne, allem Pathos abholde, nicht als Magierin des Wortes bekannte Angela Merkel? Auf dem Capitol Hill in Washington kam eine Politikerin zum Vorschein, wie man sie noch nie hörte. Von Berthold Kohler
Gerade weil die Bezeichnungen Krieg oder Kampf jedermann verständlich sind, darf die Führung nicht auf Technokratenjargon ausweichen. Es ist ebenso neu wie ehrlich und richtig, dass Verteidigungsminister Guttenberg zumindest von fraglos kriegsähnlichen Zuständen am Hindukusch redet. Von Reinhard Müller
Die CSU steht vor großen Herausforderungen: innerparteiliche Nörgeleien, keine absolute Mehrheit in Bayern mehr, die kleinste Partei in der schwarz-gelben Koalition. Da nützt es ihr wenig, dass sie fast dreimal so viele Mitglieder hat wie die FDP. Von Georg Paul Hefty
Nach einem Wahlvorgang, der am Anfang ein Betrug und am Ende eine lebensbedrohliche Farce war, bleibt der afghanische Präsident Karzai im Amt. Der mutmaßlich wichtigste Partner des Westens ist ein Mann von beschränkter Legitimität und zweifelhaftem Ruf. Von Klaus-Dieter Frankenberger
Nach der Absage Abdullahs droht die für den 7. November angesetzte Stichwahl in Afghanistan - falls sie überhaupt stattfinden sollte - zur Farce zu werden. Von Wolfgang Günter Lerch
Die Reformation war nicht nur ein religiöser Befreiungsakt. Ihr lag auch die Einsicht zugrunde, dass Kirche und Theologie prinzipiell irren können. Die Theologie als Wissenschaft war geboren. Von Heike Schmoll
Ihren Triumph im dritten Wahlgang verdankt Christine Lieberknecht nicht sich selbst, sondern ihrem Rivalen von der Linkspartei. Und nebenbei einer Schwachstelle der Landesverfassung. Von Georg Paul Hefty
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