Von Klaus-Dieter Frankenberger
07. Mai 2008 Hillary Clintons Benzin-Populismus hat nicht die erhoffte Dividende abgeworfen; ihr Vorschlag, die Benzinsteuer im Sommer nicht zu erheben, hat die Kampagne der Senatorin nicht elektrisiert. Zwar hat Rivale Obama ihr nicht den Schlag versetzt, der notwendig gewesen wäre, um die Sache endgültig zu entscheiden; doch nach seiner jüngsten Schwächeperiode hat er in den beiden letzten großen Vorwahlen besser abgeschnitten, als es vorausgesagt worden war - sein Vorsprung bei den gewählten Delegierten ist nicht mehr aufzuholen.
Frau Clinton kann jetzt nur noch hoffen, die Parteigranden nach allen Regeln der politischen Überredungskunst - in dieser Disziplin verfügen die Clintons über reichlich Erfahrung - auf ihre Seite zu ziehen. Falls sie nicht doch vorher aufgibt und Parteiinteresse vor persönlichen Ehrgeiz stellt. Aber der Fall ist nicht wahrscheinlich, im Moment jedenfalls nicht.
Aus Sicht der Demokraten ist es bedenklich, dass auch die jüngsten Vorwahlen offenbart haben, wie tief und breit der Graben ist, der die demokratischen Wähler voneinander trennt: die große Mehrheit der Wähler schwarzer Hautfarbe für Obama, die Mehrheit der weißen Wähler für Frau Clinton. Es wird nicht die kleinste Aufgabe sein, diesen Graben symbolisch und politisch vor der Hauptwahl im November zu überwinden. Wem das am ehesten zugetraut wird und wer damit später die größten Siegesaussichten hat, den werden die Superdelegierten zum Präsidentschaftskandidaten küren - nach all den langen, bitteren Vorwahlschlachten.
Text: FAZ.NET
