06. April 2008 Als Symbol für Frieden, Freiheit und Aufklärung tut sich die Fackel wieder einmal schwer. Diktaturen wie denen der NSDAP und der SED ist es schon zur Genüge gelungen, der freien Welt die Freude daran zu verderben. Der olympische Fackellauf setzt der Pervertierung nun noch eine Zumutung hinzu. Er wirkt wie ein Totentanz.
Während in China Menschen erschossen werden, die für ihre Freiheit kämpfen, wird das Feuer durch die Straßen europäischer Städte getragen, in denen sonst gerne Lichterketten das politisch korrekte Gewissen kämpferischer Bürger erleichtern.
Doch deren Kerzen sind ohnehin kurzatmiger als Fackeln, sicherlich als diese Fackel. Je länger sie über die Kontinente getragen wird, desto öfter bietet sich die Gelegenheit, auf die Schattenseiten des ach so olympischen China hinzuweisen.
Von einigem Symbolwert ist es dann, wenn der Pulk der als Sportler verkleideten Sicherheitsleute über Demonstranten hinwegläuft, um der Fackel den Weg zu bahnen. Es ist nicht der Weg von Frieden und Freiheit, sondern von Kommerz und Machtmissbrauch. Die Fackel wirft darauf ihr scharfes Licht.
Text: F.A.Z.