Huber und die Bayern LB

Wie konnte er nur?

Von Stefan Dietrich

15. Februar 2008 Bankiers und Politiker leben in verschiedenen Welten. Es fängt damit an, dass die einen das Interesse ihrer Kapitaleigner im Auge haben müssen, die anderen aber das Wohl des Volkes - und hört noch längst nicht damit auf, dass Verschwiegenheit für die einen eine Tugend ist, für die anderen aber ein Berufshindernis. Dennoch begeben sich Politiker immer wieder auf dieses Terrain, weil die Versuchung so groß ist, sich neben den Steuereinnahmen eine zusätzliche Geldquelle und wirtschaftspolitische Gestaltungsmöglichkeiten zu erschließen.

Erwin Huber ist nicht der Erste, der sich an seinem Nebenberuf als Aufseher einer Landesbank die Finger verbrennt. Doch so wie er ist selten ein Finanzminister von „seiner“ Bank blamiert worden. Was Huber zu seiner Verteidigung anführt, kann diesen Eindruck nicht verwischen: Für „so dumm“ könne man einen Menschen überhaupt nicht halten, dass er wissentlich falsche Zahlen nenne. Da mag er sogar recht haben. Aber wie konnte er so ungescheit sein, sich darauf zu verlassen, dass die Bayern LB Rücksicht auf den Termin der Kommunalwahl nehmen würde?



Text: F.A.Z., 15.02.2008, Nr. 39 / Seite 12