Aufstand

Mutig in Tibet

Von Klaus-Dieter Frankenberger

14. März 2008 Man muss den Mut der Tibeter bewundern, die, in Erinnerung an den blutig niedergeschlagenen Aufstand vor 49 Jahren, gegen die chinesischen Herrscher demonstrieren und mehr Autonomie verlangen. Denn sie haben die ganze Härte eines Regimes zu gewärtigen, das im Falle Tibets (und in dem von Taiwan) keinen Spaß versteht: Fünf Monate vor Beginn der Olympischen Spiele wird auch nicht die kleinste Unmutsäußerung über die Verletzung der Menschenrechte geduldet.

Dass es am Freitag zu Gewalttaten in Lhasa kam, ist eher Folge der Drangsalierung, der sich insbesondere die buddhistischen Mönche ausgesetzt sehen, als Ausfluss einer sezessionistischen Gesinnung, wie Peking das behauptet. Merkwürdig, dass die chinesische Führung nicht erkennt, dass ihr Vorgehen gegen Protestierende der Kampagne schlagkräftige Argumente liefert, die für den Boykott der Spiele wirbt oder sie zumindest als Bühne für ihre Sache nutzen will. Dass Bilder niedergeknüppelter Mönche diesen Aktivisten dabei recht sind, steht auf einem anderen Blatt.

Text: F.A.Z.

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