24. Februar 2005 wgl. Einfach war die Regierungsbildung der Palästinenser nicht, doch jetzt hat Präsident Mahmud Abbas ein Kabinett beisammen, das weitere Friedenshoffnungen nährt. Unter dem Ministerpräsidenten Ahmed Qurei werden hauptsächlich Fachleute tätig sein, weniger Ideologen. Das brauchen die Palästinenser jetzt. Salam Fajjad, der schon seit zwei Jahren amtierende Finanzminister, der von der Weltbank kommt, wird mit seiner disziplinierten Tüchtigkeit hoffentlich seine Ministerkollegen anstecken. Die palästinensische Autonomiebehörde muß von Grund auf neu aufgebaut und reformiert werden, wenn die "Roadmap für den Frieden" neu angegangen werden soll. Dafür bietet ein Kabinett aus Fachleuten größere Chancen. Daß Nasser al Kidwa Außenminister wird, bürgt für Erfahrung und Kontinuität. Viele Jahre lang war er Vertreter der Palästinenser bei den Vereinten Nationen. Er ist ein Verwandter des verstorbenen Jassir Arafat, hatte aber schon früh Kontakte mit solchen Israelis aufgenommen, die später den Oslo-Friedensprozeß vorbereiteten. Gegenwärtig fügt sich in Palästina Stein auf Stein im wiederaufgenommenen Prozeß, aber mehr als ein Anfang ist es trotzdem noch nicht.
Text: F.A.Z., 25.02.2005, Nr. 47 / Seite 12