Republik Moldau

Ein Nicht-Staat

Von Günther Nonnenmacher

08. April 2009 Es gibt funktionierende Staaten, und es gibt solche, in denen mehr schlecht als recht regiert wird. Neuerdings ist auch die Rede von „gescheiterten Staaten“: Gebiete, die nach geographischen, historischen, ethnischen oder anderen Kriterien abgrenzbar sind, in denen es aber nur Spurenelemente einer Ordnung gibt.

Man sollte auch die Kategorie der „Nicht-Staaten“ einführen, bei denen so gut wie alle Kriterien der Abgrenzbarkeit fehlen. Als Beispiel dafür könnte die Republik Moldau herhalten. Sie ist ein Spaltprodukt der ehemaligen Sowjetunion, das sich wiederum aufgespalten hat (oder aufgespalten wurde). Die Landessprache Rumänisch wird Moldauisch genannt, die Regierung stellen seit 1991 die Kommunisten. Sie schwanken zwischen der Anlehnung an Russland und an die EU, mit der Moldau ein Partnerschaftsabkommen hat, hin und her.

Das Land ist bettelarm, aus geopolitischen Gründen ist es Gegenstand eines permanenten Krisenmanagements. Es kann als Paradebeispiel dafür dienen, dass das Ende des Kalten Krieges in Europa Konflikte hinterlassen hat, die unlösbar sind.

Text: F.A.Z.

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