Beck hat dem Drängen Frau Ypsilantis wenig entgegenzusetzen gehabt

Kommentar

Die Kapitulation der SPD

Hessen wird einen Richtungswechsel nach links erleben, wie es ihn bisher in keinem der alten Länder gegeben hat. Beck hat, von Frau Ypsilanti gedrängt, vor der Linkspartei kapituliert. Dem SPD-Vorsitzenden bleibt nur die Vorwärtsstrategie: den Deutschen endlich reinen Wein einschenken. Von Berthold Kohler

Lesermeinungen zum Beitrag

06. März 2008 01:18

an Herrn Sabel

Henrik Carlhoff (henneems)

Bringt ein Politker Probleme mit Jugendkriminalität speziell auch von jüngeren Menschen mit Migrationshintergrund zur Sprache, haut die SPD ( und andere Parteien) doch genauso auf den Putz und schreit so laut, dass eine vernünftige Diskussion über thematische Ansätze nicht mehr möglich ist. Lächerlich ist es, bei sowas mit dem Finger auf eine Meinung zu zeigen, denn jede Meinung vertritt sich politisch leider nur noch auf diese Art und Weise. Es geht nur noch darum, wer am lautesten schreit, nicht wer seine Meinung auch begründen kann. Quantität über Qualität, Lautstärke über Gedanken... Man wundere sich nicht, wenn auf der einen Seite damit begonnen wird und die andere ebenso reagiert. Deshalb sollte man sich nicht darüber mokieren, man selber ist doch nicht besser. "Merkelsteuer" plakatieren und dann die MwSt-Erhöhung selber auf 3 Prozent pushen. Es tut mir leid, aber das ist zur Zeit die SPD, versprechen und dann wieder brechen. Deshalb verstehe ich auch solch eindeutige Kommentare.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
06. März 2008 00:59

In der Tat, das Zitat sagt eigentlich schon alles...

Edgar Sothmann (E.Sothmann)

... vor allem, dass es zuweilen doch von Vorteil ist, den geschichtlichen Hintergrund nicht ganz aus den Augen zu verlieren, oder - so man ihn nicht selbst miterlebt hat - zu versuchen, ihn sich zu erarbeiten, will man sich nicht plötzlich in zweifelhafter Gesellschaft wiederfinden. Darum (so er sie denn tatsächlich nicht kennen sollte) hier für Herrn Thorson die berüchtigten Ulbricht-Worte vom 15.06.1961:

Frage: Herr Vorsitzender, bedeutet die Bildung einer freien Stadt Ihrer Meinung nach, dass die Staatsgrenze am Brandenburger Tor errichtet wird? Und sind Sie entschlossen, dieser Tatsache mit allen Konsequenzen Rechnung zu tragen?

Ulbricht: Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Mir ist nicht bekannt, dass solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.

Ich für meinen Teil denke nicht, dass Hessen jetzt in "marxistisch-leninistischen Händen" ist, aber die Selbstdemontage der SPD als glaubwürdige Volkspartei ist besorgniserregend.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
06. März 2008 00:30

Soziale Probleme?

Thomas Krebs (Thomas297)

Die SED hat einige Jahrzehnte Zeit gehabt, die Überlegenheit des real existierenden Sozialismus zu beweisen. Ergebnis: Parteibonzen in Villen, das Volk in Plattenbauten. Zur Hälfte hat die SED das ja auch nach der Wiedervereinigung schon geschafft - wo wohnt noch einmal der Herr Lafontaine?

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. März 2008 23:00

Frau Mieslinger

Andreas Spengler (a.spengler)

Die von Ihnen genannten "Probleme im sozialen Bereich" sind Folge der Politik, allen voran linker Parteien; nicht die Ursache für deren Erstarken.

Politiker sind es, die Arbeitsplätze direkt und indirekt vernichten.

Politiker sind es, die die Menschen, Klassen, Generationen gegeneinander ausspielen.

Politiker sind es, die das Geld der Steuerzahler in Massen zum Fenster hinauswerfen.

Politiker sind es, die auf Kosten unserer Kinder Geschenke verteilen.

Und die Politiker der Linken sind in all dem obigen erwiesenermaßen Großmeister...

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. März 2008 22:44

Die Wirtschaftspresse tobt

Hans Zimmer (uniter)

Da läuft es gerade so schön für Kapitaleigentümer und schon erdreistet sich der Pöbel doch glatt, die Linkspartei zu wählen. So kann Demokratie nicht funktionieren, wäre ja noch schöner, wenn jeder nach seiner persönlichen Lage wählt.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. März 2008 21:22

Niemand hat die Absicht in Hessen eine Mauer zu bauen!

L Lae (LuxZwo)

Zumindest nicht bis zur nächsten Bundestagswahl....

Mehr braucht man eigentlich nicht sagen, oder?

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. März 2008 21:22

@timothy thorson

Norbert Czech (nczech)

Lieber Herr aus Amerika,
ich möchte Sie mal sehen, wenn ein Staat der USA in marxistisch-leninistische Hände fallen würde...Im Gegensatz zu Ihnen zahle ich seit 18 Jahren Monat für Monat horrende Beträge, um die Trümmer der ersten sozialistischen Republik auf deutschem Boden zu beseitigen. Leider ist es einfacher, alte Straßen zu asphaltieren als marxistisch verseuchte Hirne zukunftsfähig zu machen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. März 2008 21:16

Ruhig Blut, Herr Kohler

Ulrich Sabel (u.sabel)

Ach Gottchen Herr Kohler,

geht es nicht eine Nummer kleiner? Die politische Kultur in Deutschland entscheidet sich wahrlich nicht im Hessischen Landtag. Wenn dem so wäre, müsste sie nach dem brutalsmöglichen Aufklärer Koch schon lange in Scherben vor uns liegen.

Manche Herausgeber und Kommentatoren der FAZ benehmen sich wie trotzige Kinder an der Supermarktkasse, denen die Eltern, die dort angebotenen Süßigkeiten verweigerten. Schreien sie ihre Wut raus, stampfen sie kräftig auf oder machen sie einen Waldlauf. Aber schreiben sie doch bitte wieder Kommentare mit Sachverstand und nicht solch emotionales Blendwerk.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. März 2008 21:16

Richtig Mr. Timothy Thorson

Eva Mieslinger (mieslin)

Außerdem: Das andauernde Lamento über die Linkspartei nervt, angesichts der vielen Probleme im sozialen Bereich, die von den „alten“ Parteien einfach nicht bewältigt werden.
„Beck hat, von Frau Ypsilanti gedrängt, vor der Linkspartei kapituliert“ Der Arme. Und die böse, böse Frau Ypsilanti. „Becks politisches Kapital ist so gut wie aufgebraucht“ Welches denn? Ich erinnere mich da an einen ziemlich großen Fettnapf in Afghanistan, dem der große Beck z.B. nicht ausweichen konnte.
„seine [Becks] Glaubwürdigkeit in etwa noch so groß wie die Frau Ypsilantis“ Was soll uns dieser Satz wohl sagen?

Ich meine, Beck ist das eigentliche Problem. Für die SPD wäre es wichtig, sich einen neuen Vorsitzenden zu suchen, und zwar nicht in erster Linie nach seiner Flügelzugehörigkeit, sondern einen Politiker mit Persönlichkeit und Profil.

„Die 110 Deputierten im Hessischen Landtag entscheiden ... auch über die weitere Entwicklung der politischen Kultur in dieser Republik.“ Genau so ist es.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. März 2008 18:49

Etwas überzogen

Timothy Thorson (pastymorant)

Sir!
Ich glaube Sie übertreiben ein wenig. Schauen Sie doch mal nach Berlin, wie vernünftig die Koalition SPD/Linke funktioniert. Ich weiß nicht welchen Alters Sie sind, aber vielleicht sind Ihnen die Schrecken des Kalten Kriegs noch frisch in Erinnerung. Ihr wiederholtes Verweisen auf die Linke als Nachfolgepartei der SED scheint auf eine Art Tabuisierung dessen hinzudeuten. Aber was nutzt das? Volkeswille gefällt nicht die CDU-isierung der SPD. Die SPD ringt mit sich was sie nun ist u. werden will. Diese Öffnung zur Zusammenarbeit mit der Linken auch in Hessen (ehemals Teil Westdeutschlands) ist doch ein Vorgang normaler Parteidemokratie. Get used to it.
Die Linke muß sich nun auch bewähren. Ich glaub' kaum daß sie - zumindest in den nächsten 4 Jahren - eine Mauer irgendwo hochziehen. Mit denen zusammenzuarbeiten dagegen, könnte bedeuten einige mentale 'Mauerwerke' abzubauen.

Ein neugieriger 'Ami' in Wilmersdorf.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. März 2008 18:49

Ich verstehe

gisbert heimes (gisbert4)

Zwar hat die Mehrheit der hessischen Wähler 'links' gewählt, aber sie hätte es nicht getan, wenn sie gewußt hätte, daß das auch eine 'linke' Regierung zur Folge haben würde... das entzieht einer solchen Regierung die demokratische Legitimation.

Das ist eindeutig ein Fall für das Bundesverfassungsgericht ;-)

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
05. März 2008 18:45

Spitze ist dieser Kommentar.......

wolf haupricht (emilgilels)

...und ein Stein im Magen der SPD, die nach Platzecks Ausscheiden von einem mehr als schwachen Vorsitzenden von einem Extrem ins andere fällt.
Da kann ja nichts Gescheites dabei herauskommen.
Es fehlen die Denker und Lenker in der heutigen SPD, die weit über das Tagesaktuelle hinaus eine Partei in schwierigen Zeiten auf Kurs halten können.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
31 - 42 von 42 Lesermeinungen
Zum AnfangZurück 1 | 2 | 3
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche