10. September 2008 Der 10. September 2008 könnte in die Geschichte der CSU als Beginn der Ära Seehofer eingehen. Denn die klaren Worte des Ministerpräsidenten Beckstein, ein Ergebnis von fünfzig Prozent bei der Landtagswahl sei die Messlatte, die er sich setze, lassen keinen Spielraum für Interpretationen.
Eine bloße Mehrheit der Sitze im Landtag wird keine ausreichende Legitimation für ihn und den Parteivorsitzenden Huber sein. Die absolute Mehrheit der Stimmen ist immer das Merkmal gewesen, mit dem die CSU ihre Sonderstellung in der deutschen Parteienlandschaft begründet hat. Büßt sie es am 28. September ein, kann die Losung der CSU nicht lauten: weiter abwärts im Beckstein-Huber-Takt.
Die Entscheidung, ob Seehofer in der Stunde der Not neben der Übernahme des Parteivorsitzes auch in die Staatskanzlei einrückt oder ob er in Berlin im Kabinett bleibt, wird für die CSU keine unlösbare Aufgabe sein. Mit dem ausgleichenden Innenminister Herrmann und dem jovialen Fraktionsvorsitzenden Schmid stehen für das Amt des Ministerpräsidenten zwei ansehnliche Kandidaten bereit.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa