18. Dezember 2006 Nm. Die deutschen Soldaten der europäischen Kongo-Mission werden zu Weihnachten zu Hause sein, wie Verteidigungsminister Jung es versprochen hatte. Damit sind die Kritiker dieses Auslandseinsatzes zunächst einmal widerlegt: diejenigen, die den Einsatz für falsch gehalten hatten, aber auch die anderen, die die zeitliche Begrenzung der Mission für einen Fehler gehalten und früh für eine Verlängerung plädiert hatten. Offenbar hat die Präsenz ausländischer Soldaten, deren Kampfkraft den einheimischen militärischen Akteuren haushoch überlegen war, tatsächlich gewirkt und Ende August, als es in Kinshasa zu Gefechten kam, das Ausbrechen schwerer Kämpfe verhindert. Doch nur Optimisten würden es wagen, heute schon vorherzusagen, daß damit der demokratische Prozeß in Kongo "unumkehrbar" geworden sei. Was die Bewertung beim heimischen Publikum angeht, dürfte die von vornherein festgelegte Terminierung ein Pluspunkt sein: Es hat sich gezeigt, daß solche Missionen nicht automatisch zu einem zeitlich kaum eingrenzbaren Engagement führen müssen wie etwa auf dem Balkan oder in Afghanistan. Es schmälert nicht das Verdienst der Soldaten, wenn man zugesteht, daß dazu auch ein wenig Glück gehört.
Text: F.A.Z., 19.12.2006, Nr. 295 / Seite 10