Georgien und Ukraine

Moskaus Möglichkeiten

Von Berthold Kohler

06. September 2008 Musterbeispiele der Stabilität sind beide Länder nicht, denen der amerikanische Vizepräsident Cheney jetzt abermals Unterstützung für ihr Streben in die Nato zusicherte. Georgien ist verstümmelt, sein Präsident Saakaschwili sitzt alles andere als fest im Sattel.

Nicht nur in Moskau und in der EU wird schlecht über ihn geredet. In der noch tiefer gespaltenen Ukraine konnte Cheney gleich das nächste Stadium einer nationalen Uneinigkeit besichtigen.

Ein verbissener Kampf

Dort kämpfen die Spitzenpolitiker des westorientierten Lagers, Präsident Juschtschenko und Ministerpräsidentin Timoschenko, so verbissen gegeneinander, dass sie zur Herbeiführung der jüngsten Regierungskrise gar nicht mehr auf die Mitwirkung der moskaufreundlichen Opposition angewiesen waren.

Unabweisbare Bewerbungen für die Mitgliedschaft in Nato und EU sehen anders aus. Das weiß Moskau nur zu gut. Ihm stehen mehr Mittel zu Gebote, Streit im „nahen Ausland“ zu stiften und zu nähren, als dem fernen Washington und dem bedächtigen Brüssel Möglichkeiten, ihn zu schlichten.

Text: F.A.Z.

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