„Somalia“

Scheitern ist tödlich

Von Klaus-Dieter Frankenberger

29. Oktober 2008 Genau genommen existiert der Staat Somalia gar nicht. Seit 1991 gibt es keine funktionierende Regierung; in jenem Jahr erklärte sich das frühere britische Somaliland für unabhängig; Puntland im Nordosten beansprucht seit 1998 Autonomie.

In „Somalia" herrscht mal weniger, mal mehr Anarchie; Piraten machen die Küsten unsicher; Islamisten treiben ihr Unwesen im Innern und haben Verbindungen zum transnationalen Terrorverbund Al Qaida. Das ist ein gefährlicher Cocktail - am Mittwoch hat er seine tödliche Wirkung in den bis dahin eher ruhigen abtrünnigen Gebieten entladen.

„Somalia" bietet reichlich Anschauungsmaterial, welche Folgen es hat, wenn ein Staat elementare Funktionen nicht mehr erfüllt und in der Rubrik“gescheitert" geführt werden muss. Er wird, zum Beispiel, zum Anziehungspunkt für vagabundierende Terroristen - und so zum Problem für die Staatengemeinschaft. Wenn Terroristen und radikale Islamisten sich erst einmal eine Machtbasis geschaffen haben, können sie Ordnungs- und Versöhnungsversuche torpedieren. Am Horn von Afrika wächst die Gefahr.

Text: F.A.Z.

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Sportverletzung? Sorgen Sie vor - mehr Leistung für weniger Geld. Vergleichen Sie jetzt online die Leistungen verschiedener privater Krankenversicherungen!

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche