05. Juli 2009 Burma wurde bisher als einer der wenigen Erfolge Ban Ki-moons verbucht. Nach dem Zyklon Nargis“ hatte der UN-Generalsekretär voriges Jahr den zynischen Generälen einen gesichtswahrenden Weg aufgezeigt, doch noch ausländische Helfer ins Land zu lassen. Die diplomatische Aufwertung der isolierten Junta musste Ban damals in Kauf nehmen, um Menschenleben zu retten. Was aber bewog ihn, sich noch einmal in die Höhle des Löwen zu begeben?
Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, für deren Freilassung er sich einsetzen wollte, durfte er am Ende nicht einmal treffen. Hatte Ban sich von der Junta täuschen lassen wie einst sein Vorgänger Kofi Annan vom irakischen Diktator Saddam Hussein? Über den sagte Annan 1998 nach einem Treffen in Bagdad, mit diesem Mann könne er ins Geschäft kommen.
Ob sich der blamierte Ban wie damals Annan am eigenen Schopf aus dem Tief ziehen kann, ist fraglich. Genau zur Hälfte seiner ersten Amtszeit mögen sich allenfalls ruchlose Diktatoren in seinem Glanz“ sonnen. Die freie Welt sieht in Ban nur einen farb- und machtlosen Grüßonkel.
Text: F.A.Z.