Causa Köhler

Rot am Zug

Von Berthold Kohler

13. März 2008 Etwa ein Jahr vor Ende seiner Amtszeit, das hat Bundespräsident Köhler mehrfach gesagt, wolle er bekanntgeben, ob er sich im Mai 2009 zur Wiederwahl stelle. Die Zeit der Verkündigung ist nun nicht mehr fern, doch die Botschaft noch ungewiss.

Köhler vermittelt nicht den Eindruck, als sei er seines Amtes schon müde. Er ist der unbequeme Präsident gewesen, der er sein wollte, und trotzdem sehr beliebt – nicht unbedingt in den Parteien, aber im Volk. Auch er wird aber nur zur Wiederwahl antreten, wenn er damit rechnen kann, von der Bundesversammlung bestätigt zu werden. Die schwarz-gelbe Mehrheit, die ihn 2004 ins Amt brachte, ist jedoch auf Ypsilantisches Maß zusammengeschrumpft.

In dieser für Köhler misslichen Lage bricht Westerwelle ihm eine Bahn und fordert die anderen Parteien auf, schon jetzt Farbe zu bekennen. Das ist der erste Koalitionsprüfstein, den die FDP für 2009 aufstellt. Ganz nebenbei kann Westerwelle behaupten, er verschaffe dem Willen des Volkes Geltung. Doch erst einmal ist jetzt die SPD am Zug. Sie ist die Partei, die über Köhlers Zukunft entscheidet.



Text: F.A.Z.