
Sollange die Demokratie für unsere (Aussen)Politik nicht den höchsten Stellenwert hat, wird es leider keine stabile Verhältnisse in Europa geben. Stablilität ohne freiheitliche Demokratie wird es nicht geben - ganz gleich wie oft der Herr Steinmeier von Stabilität quasselt. Stabillität ohne Freiheit gibt es nur in Konzentrationslagern. Und ich habe das von innen gesehen!

Es gibt viele Menschen, die meinen, dass Russland böse ist. Aber diese Menschen meinen noch, dass es nicht genug ist, um damit die Grundlage der europäischen Einheit zu haben. Und damit haben diese Menschen recht. Böses Russland ist nicht genug, um ein geeintes Europa zu bilden. Und in dem Augenblick, wenn Europa mit einer Stimme zu sprechen lernt, wird Russland ein Teil dieser Stimme auch sein. Definitiv.

Wegen "Das Radio Echo Moskvy dann so plötzlich viele Anrufe mitten in der Nacht bekommen hat" - ich habe nicht gesagt, dass man Radio E.M. mitten in der Nacht angerufen hat, denn dieses Radio hat keine Nachtkommentatoren und wiederholt nur die Programmen vom Vortag. Die ersten Anrufe, die von Talkmastern besprochen wurden, waren so gg. 8 Uhr Moskauer Zeit. Wegen "Und was haben Sie eigentlich gegen amerikanische, kanadische Medien oder gegen die BBC? Gerade die US Medien waren es doch z. B. die die unmöglichen Zustände in Abu Graib aufgedeckt haben" - Ich habe nichts gg. bestimmte Medien und Länder, jeder informiert (sich) nur so, wie es ihm möglich ist. Und zu Abu Ghraib - ohne Informanten gibt es keine Presse, das weiß man nicht seit Watergate & "CIA leak scandal". Wegen "Die Georgischen Streitkräfte bestehen aus 4 Brigaden. Nicht gerade eine ideale Konstellation, wenn man einen Angriffskrieg führen will, oder?" - Für einen Blitzkrieg am Rande der Olympischen Spiele und unter Annahme, dass Russland nur sehr zögerlich reagieren würde, reichen auch diese 10000 Soldaten.

Sehr geehrter Herr Vogel, Sie haben meinen Kommentar offenbar nicht ordentlich gelesen („haben die Georgier eine strategisch wichtige Brücke im Norden Tschinwalis zu ERREICHEN und sprengen gesucht,“). Aber mal was Anderes: Die Georgischen Streitkräfte bestehen aus 4 Brigaden. Eine davon stand am 08.08.08. in Abchasien und an den angrenzenden Gebieten, verstreut bis nach Poti herunter. Eine zweite war die, die in die Kämpfe in und um Chinvalli beteiligt war, die dritte stand im Irak, während die vierte sich gerade auf den Einsatz dort vorbereitete (womit die Anwesenheit von US-Militärberatern auch geklärt wäre). ... Nicht gerade eine ideale Konstellation, wenn man einen Angriffskrieg führen will, oder? ... Und was haben Sie eigentlich gegen amerikanische, kanadische Medien oder gegen die BBC? Gerade die US Medien waren es doch z. B. die die unmöglichen Zustände in Abu Graib aufgedeckt haben. Das Radio Echo Moskvy dann so plötzlich viele Anrufe mitten in der Nacht bekommen hat, wundert Sie allerdings wohl gar nicht. Klar, wenn ich mit Raketen beschossen werde, meine Kinder von Panzern überrollt werden, dann rufe ich mal schnell ´ne Radiostation an ... sehr überzeugend!!!! Mit freundlichen Grüßen Sönke Peters

Zu "Nach Allem, was man heute feststellen kann" - wo sind ihre Quellen oder hören Sie (da sie in MTL leben) auch nur kanadische bzw. amerikanische Sender? zu "Als sich tausende von russischen Panzer und APCs durch den Roky-Tunnel bewegten, haben die Georgier eine strategisch wichtige Brücke im Norden Tschinwalis zu erreichen und sprengen gesucht, um die russische Invasion zumindest zu verzögern" Und überhaupt - wie kommen Georgier Sie sehen wohl selber den Fehler in ihren Ausführungen nicht oder? Wie konnten Georgier versuchen Brücke im Norden von Chinvalli, ohne Südseite platt zu machen? UWie kommen Georgier nach Norden ohne einen Konflikt anzufangen? Zu "dieser Ablauf ist übrigens auch der einzige der Sinn macht" - Aber nur für Sie und ihresgleichen. Ich habe beginn des Konflikts in Radio Echo Moskvy live mitverfolgt. Ersten Meldungen über den Angriff der Georigier auf Süd Ossetien kamen um 23.00 MEZ am 07.08.08, ersten Meldungen über Armee-Bewegung der Russen erst nach 12.00 am 08.08.08. Zwischendurch erreichten Echo Moskvy vielfältige verzweifelte Anrufe aus Süd Ossetien. Und da ich all dies selbst live mitverfolgt habe, ist für mich Georgien klar die Seite, die Konflikt ausgelöst hat. ;-)

Die Gründungsmitglieder der EU haben sich erstmals nach langer Zeit wieder durchgesetzt und das ist auch gut so. Denn soviel man auch immer wieder über Europa geschimpft hat, darf man nicht vergessen, dass die Kernidee der Europäischen Union immer war, Kriege durch wirtschaftliche Verflechtungen unmöglich zu machen. Harte Arbeit war dies zu Beginn in erster Linie für Frankreich und Deutschland. Da sich die Aussöhnung zwischen den beiden Ländern aber bewährte, konnte man ab den 70er Jahren über EU-Erweiterungen nachdenken und schaffte es, bis 1989 fast ganz Westeuropa einzubinden. Durch den Mauerfall hatte die EU dann plötzlich eine offene Ostflanke und stand damit vor einer ungeheuren Herausforderung, was den nach wie vor fremdelnden Briten allerdings ungeheuer gefiel, da sie so etwas aus ihrer Ecke herauskommen konnten, in der sie u.a. wegen Thatchers Wirtschaftspolitik standen. In Osteuropa aber wurden die britischen Standards als völlig ausreichend empfunden, so dass sich hier der Neoliberalismus breitmachen und man die Franzosen und Deutschen unter Druck setzen konnte. Seit der Finanzkrise aber mehren sich die Zeichen, dass Protektionismus für das UK an Bedeutung gewinnt und deshalb kämen den Briten Sanktionen gelegen.

Die Gründungsmitglieder der EU haben sich erstmals nach langer Zeit wieder durchgesetzt und das ist auch gut so. Denn soviel man auch immer wieder über Europa geschimpft hat, darf man nicht vergessen, dass die Kernidee der Europäischen Union immer war, Kriege durch wirtschaftliche Verflechtungen unmöglich zu machen. Harte Arbeit war dies zu Beginn in erster Linie für Frankreich und Deutschland. Da sich die Aussöhnung zwischen den beiden Ländern aber bewährte, konnte man ab den 70er Jahren über EU-Erweiterungen nachdenken und schaffte es, bis 1989 fast ganz Westeuropa einzubinden. Durch den Mauerfall hatte die EU dann plötzlich eine offene Ostflanke und stand damit vor einer ungeheuren Herausforderung, was den nach wie vor fremdelnden Briten allerdings ungeheuer gefiel, da sie so etwas aus ihrer Ecke herauskommen konnten, in der sie u.a. wegen Thatchers Wirtschaftspolitik standen. In Osteuropa aber wurden die britischen Standards als völlig ausreichend empfunden, so dass sich hier der Neoliberalismus breitmachen und man die Franzosen und Deutschen unter Druck setzen konnte. Seit der Finanzkrise aber mehren sich die Zeichen, dass Protektionismus für das UK an Bedeutung gewinnt und deshalb kämen den Briten Sanktionen gelegen.

ein guter Beitrag, aber wie kommen Sie zu dieser Formulierung: „die unverhältnismäßige Reaktion des russischen Militärs auf die Attacke der Georgier in Südossetien“? Sind Sie jetzt auch schon den Gleiwitzer-Sender-Geschichten aus Moskau auf den Leim gegangen, oder haben Sie die Lügen in Spiegel-online verinnerlicht? Nach Allem, was man heute feststellen kann, hat es keine Reaktion der Russen, sondern eine der Georgier gegeben: Als sich tausende von russischen Panzer und APCs durch den Roky-Tunnel bewegten, haben die Georgier eine strategisch wichtige Brücke im Norden Tschinwalis zu erreichen und sprengen gesucht, um die russische Invasion zumindest zu verzögern. Bei diesem Unternehmen kam es dann zu den Kämpfen um und in dieser Stadt, da sich dort schon starke russische Kräfte befanden. Dieser Ablauf ist übrigens auch der einzige der Sinn macht, zumindest solange Russland nicht über ein Raumschiff verfügt, dass seine Truppen über Passstraßen und durch Tunnel beamen kann ... als "Reaktion". Mit freundlichen Grüßen Sönke Peters

Was soll denn an der Suspendierung des EU-Russland-Abkommens positiv für Europa sein? Europa schneidet sich damit ins eigene Fleisch. Europa ist - im Gegensatz zu Russland - wirtschaftlich bereits ein "global player". Um seine globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, muss es auf allen wichtigen Märkten vertreten sein. Das gilt erst recht für den geographisch günstig gelegenen russischen Markt. Europa muss sich von dem Wunschtraum lösen, dass es Russland eigene Spielregeln gewaltsam aufzwingen kann. Die Zeit, in der diese Logik geherrscht hatte, ist vorbei. Ich hoffe sehr, dass auch die Kommentatoren dieser Zeitung baldmöglichst zu der Einsicht gelangen, dass die Zeit des "großen Spiels" der Geschichte angehört und in erster Linie zum Wohle Europas nicht zurückbeschworen werden sollte. Ein - wenngleich mit neuen Waffen (z.B. Medien, wirtschaftlicher Druck usw.) - ausgetragener Russland-Feldzug wird für Europa genauso enden, wie für Napoleon oder Hitler. Nicht unbedingt, weil Russland bessere "Waffen" hat, sondern weil der globale Kontext ein anderer geworden ist und solche Logik darin nicht nur nicht toleriert wird, sondern sofort hart bestraft wird.

was Ihre Botschaft? Ihre innige Zuneigung zu den Russen ist inzwischen sattsam bekannt. Gibt's sonst was, dann sagen Sie es bitte. Bitte keine Ratespiele mit uns Lesern!