Ein bisschen zu voreilig: Wolfgang Thierse

Zentrum gegen Vertreibungen

Kaltschnäuzig statt betroffen

Nicht nur im Umgang mit eigenen Verbrechen, sondern auch in dem mit unseren Opfern können wir zeigen, dass wir unsere Lektionen aus der Geschichte gelernt haben. Stefan Dietrich kommentiert die Debatte über das „Zentrum gegen Vertreibungen“.

Lesermeinungen zum Beitrag

26. Oktober 2007 17:40

Die Wahrheit muss siegen

Gudula Behm (Gudubehm)

Wir und die Welt duerfen nicht vergessen, dass es um viel mehr geht als das unbeschreibliche Leid, von Heim und Scholle vertrieben zu werden. Ein Volk von 15 Millionen hat seine Vergangenheit, seine Kultur, seine Geschichte verloren. Diejenigen, die nach ihnen kamen, haben viel daran gesetzt, dieses Erbe und die Spuren seiner Kultur zu verwischen. Sie haben Graeber eingeebnet, Inschriften entfernt, ihre Nachkommen ueber die Vergangenheit dieser schoenen Erde im Dunkeln gelassen oder seltsame Geschichten darueber gesponnen. Nur die ganze uneingeschraenkte Wahrheit befreit - ohne Auslassung politischer und parteilicher Korrektheit, ohne Aufrechnung! Dazu kann eine wuerdige Gedenkstaette dieser historischen Tatsachen beitragen und nicht nur das; sie kann die Welt mahnen, dass wir in Zukunft Menschenvertreibungen nie wieder dulden duerfen. Die Vertriebenen von der Gestaltung der Einrichtung des Zentrums gegen Vertreibungen auszuschliessen wuerde bedeuten, ihnen erneut den schweren Schlag des Unrechts zu versetzen.
Gudula Behm, USA. Mitglied einer zu 90% aus dem deutschen Osten vertriebenen Familie.

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26. Oktober 2007 11:23

Thierse sollte sich schämen

mario schmidt-sanchez (derdeutsche2007)

einerseits greift er partei für die opfer der Stasi.
anderseits macht er die (deutschen) opfer der nazizeit mundtod.
er ist in meinen augen unglaubwürdig. Diese Konzession an Polen und Tschechien hätte er nicht machen dürfen. Es soll abgtreten

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26. Oktober 2007 06:20

Fuer die Vertriebenen ein Denk- oder Mahnmal?

Harald Nehm (leiming)

Die Vertriebenen haben sicher grosse Verluste und ein schweres Schicksal erlitten. Muss dafuer aber ein Mahnmal gebaut werden?

Hat in diesem Zusammenhang schon jemand darueber nachgedacht, dass die Nichtvertriebenen in einer Zeit, in der sie Wohnraum und Infrastruktur verloren hatten die Vertriebenen aufgenommen haben?

Unsere vierkoepfige Familie wurde damals in Herdecke, weil unsere Mietwohnung angeblich zu gross war, innerhalb der Stadt zwangsumgesiedelt. Anderen Familien ging es aehnlich. Wir "Daheimgebliebenen" haben fuer unsere Verluste keinen Lastenausgleich bekommen.

Wenn denn schon ein Mahnmal her muss, sollen es die Vertriebenenverbaende aus ihrer "Lastenausgleichkasse" zahlen. Diejenigen, die sie damals aufgenommen haben, haben ihren Anteil daran schon lange gezahlt. Nun aber bitte nicht noch einmal aus Steuereinnahmen.

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26. Oktober 2007 02:02

Lastenträger ohne Stimme

Josef Bujtor (Mramorak)

Die Lastenträger ohne Sitmme sind meine generation. Menschen die nach Hitlers Machtergreifung und vor seiner Niederlage geboren wurden. Wir wurden als Kinder vertrieben, in Konzentrationslager und auch schon als Kinder in Zwangsarbeitslager gesteckt worden. Ein Denmkmal an dieses Leiden ist kei aufwiegen der Schuld.
aber beide Links und Rechts wollen das so nicht haben und sehen. Rechten hätten es gerne als ein Aufwiegen, die Linken wollen es nicht, weil sie angebelich das ja nicht verursacht haben.
Wir sollen also zum Schweigen gebracht werden, weil man uns nicht in eine solche Ideologie spannen kann. Die Rechten wollen uns als Zeuge für das Unrecht anderer missbrauchen, und die Linken wollen uns als die eigendlichen Sündenböcke sehen. Es ist ja modern, die Schuld immer bei anderen zu suchen. Hat der Herr Thierse nicht bei der einweihung de jüdischen Denkmals in Berlin gesagt, das niemand ein Monopol auf das Leiden hat? Aber es kann auch niemenad ausgeschlossen werden. In unserer Zeit müssen Kinder nicht einmal für ihr eigenes vergehen gerade stehen. Wir aber sollen heute noch leiden für das Vergehen unserer Großväter-Generation.

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