
Günther Nonnenmacher hat Recht: 47% der Iraker halten Angriffe auf die amerikanische Armee für gerechtfertigt. Die Zahl hat er vermutlich der Studie „What the Iraqi Public Wants“ entnommen, die vom „Program on International Policy Attitudes“ im Januar 2006 erstellt wurde. Diese Untersuchung enthält aber noch andere interessante Ergebnisse, die schwerlich in Herrn Nonnenmachers Bild von der Lage im Irak passen. Nur 1% der Befragten ist mit Angriffen auf irakische Zivilisten einverstanden, was bekanntlich die Hauptbeschäftigung der Terroristen im Irak darstellt. Letztere können also nicht auf die Sympathie der Bevölkerung bauen. Andere Zahlen stehen in noch stärkerem Widerspruch zur Lagebeschreibung von Herrn Nonnenmacher. Auf die Frage, ob der Sturz Saddam Husseins die Leiden wert war, die der Irak seit der amerikanisch-britischen Invasion durchgemacht hat, antworteten 77% aller Iraker mit „ja“ (Kurden: 91%, Schiiten: 98%, Sunniten: 13%). Eine große Mehrheit der Iraker ist also in dieser entscheidenden Frage ganz anderer Meinung als Herr Nonnenmacher und fast alle Deutschen.
Noch vor kurzem war in der F.A.Z. zu lesen, die Geschichte habe ihr Urteil über den Irak-Feldzug der Regierung Bush noch nicht gesprochen. Hat sich seither etwas Wesentliches an der Lage im Irak geändert, wonach die Geschichte nun tatsächlich zu einer negativen Bewertung gekommen ist? Herrn Nonnenmacher zeigt solche entscheidenden Veränderungen nicht auf.
Alexander Schertz

Der Artikel "Düstere Bilanz" ist einseitig geschrieben und nicht ganz ehrlich. Er malt ein übertrieben dunkles und medial stark überzeichnetes Bild über die Vorgänge im Irak. Während unbestrittener Weise viele dort von radikalen "Landsleuten" und ausländischen Terroristen in die Luft gejagt werden, so muß man sich doch fragen wo denn die kritischen Artikel in der FAZ zu finden waren als unter Saddams totalitären Terrorregime zehntausende jedes Jahr getötet und hundertausende gefoltert wurden. Weiters vermißt man in dem Artikel die Erwähnung von Fortschritten im Irak wie freie Zeitungen, Ansätze einer demokratischen Entwicklung, Wiederaufbau der von Saddam in den letzten Jahren seines Regimes zerstörten Infrastruktur etc.
Tatsache ist doch daß die meisten (vor allem euro- und deutschen) Medien seit dem Einmarsch der USA einen offenen und parteiischen Antiamerikanismus an den Tag legen. Enttäuschend ist allerdings daß in einem normalerweise halbwegs neutralen Blatt wie der FAZ mit dem Artikel dieser gefährliche Trend aufgenommen wurde.

Die "Neue Weltordnung" wird von Bush propagiert und aus dem Bauch entschieden, siehe Irak.
Ohne Belehrungen von Spezialisten war die Situation im Irak abzusehen. Die Unterstützung der kurdischen Armee brachte schon zu Beginn die Gemüter in der Türkei zum Kochen und schürte die Angst vor Kurdistan.
Die Ausrufung eines kurdischen Staates würde den Nahen Osten erschüttern und den Iran und die Türkei gleichermaßen betreffen. (Dieser Konflikt ist doch eine Nummer zu groß).
Jetzt gilt es für Bush, die Ölförderung noch lange nicht an die Staatsgewalt im Irak abgeben zu müssen und vor allem vor einer kurdischen Regierung zu schützen.. Somit bringt auch die Einführung einer Demokratie nicht den erwünschten Segen für die irakische Bevölkerung.
Die gewaltigen Preissteigerungen des Ölpreises sind der reine Vorteil für die Bushregierung und ich unterstelle dieser Regierung sogar, dass ein Frieden im "Mittleren Osten" noch lange nicht erwünscht ist.
Jetzt werden die europäischen Bemühungen im Iran mit außenpolitischen Schachzügen untergraben und der Iran als neuer Feind erkannt.
Der Nahe Osten hatte seit Beginn der Ölförderung keine Chance sich eigenständig zu entwickeln und das kolonial Denken setzt sich den Köpfen der anglo-amerikanischen Konzerne weiter fort.
Als neutrale Betrachtung wünsche ich mir Prognosen bei einem Rückzug der US-Streitkräfte auf die Ölindustrie der Welt insbesondere der amerikanischen.