19. August 2005 wgl. Das israelische Eilat und das nur sechs Kilometer davon entfernte jordanische Aqaba am Roten Meer sind von Terroristen mit Raketen beschossen worden. Es bedarf keiner großen Phantasie, um sich die Hintergründe dieser Taten zu vergegenwärtigen. In der jordanischen Hafenstadt sollten die Raketen wohl ein amerikanisches Schiff treffen, das dort vor Anker lag. In Eilat, einem Touristenzentrum Israels, sollte durch Zerstörungen Schrecken verbreitet werden. Zwar dient Aqaba den Amerikanern und Briten nicht als wichtiger Stützpunkt für die Logistik im Irak-Krieg, doch der prowestliche, gemäßigte Kurs des Königs Abdallah stört viele, sogar unter seinen Untertanen, deren Mehrheit palästinensischer Herkunft ist. Erst recht sind die gewaltbereiten Islamisten, die Al Qaida und ähnlichen Gruppen nahestehen, darüber erbost. Neben Ägypten, das bereits 1979 in Camp David mit dem jüdischen Staat Frieden schloß, ist Jordanien das einzige arabische Land, das - seit 1994 - einen Friedensvertrag mit Israel eingegangen ist. Schon immer ist es für Amman nicht einfach gewesen, zwischen Israel einerseits und den Forderungen radikaler arabischer Länder und Gruppen andererseits seinen Kurs zu steuern.
Text: F.A.Z., 20.08.2005, Nr. 193 / Seite 10