Kommentar

Weil er herausragt

Die Linke hat mit Roland Koch noch eine Rechnung offen. Sie wittert die Chance, die Galions- und also auch Reizfigur eines wertegebundenen Konservativismus zum Schweigen zu bringen. Doch noch ist die Wahl nicht entschieden - auch nicht im „roten“ Hessen. Von Berthold Kohler

Lesermeinungen zum Beitrag

27. Januar 2008 21:56

Frankfurt immer noch "Verbrechenshauptstadt

Normann Hillesheim (EinTon)

Sie schreiben:

>>Frankfurt, einst Hauptstadt aller Arten des Verbrechens, kann sich heute mit schmeichelhafteren Titeln schmücken<<

Tatsächlich ist Frankfurt jedoch - laut Kriminalitätsstatistik vom letzten Jahr - immer noch Deutschlands "Verbrechenshauptstadt" - vgl.:


http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=common/zwischenseite.asp&dox={8F78A19A-39DD-12D1-7229-D664A4140DDF}&rub={77CAECAE-94D7-431F-9EAC-D163751D4CFD}


MFG,

Normann Hillesheim

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27. Januar 2008 09:44

Billig

gisbert heimes (gisbert4)

Nun, es ist wie es ist, die FAZ hat sich nicht entblödet, Roland Koch Wahlhilfe auch gegen ihren Anspruch und wider besseres Wissen zu leisten. Eine ziemlich billige und durchsichtige Nummer, dieser Kommentar. Und selbst für 'wertkonservative', aber ideologiefreie Leser, deren Meinung ich achte und die ich durchaus schätze, eine Zumutung, weil unter ihrem Niveau. Der Koch ragt heraus, gewiß, fällt aber meistens unangenehm auf dabei.

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26. Januar 2008 22:21

Seine Eminenz R.K.?

Horst Lang (elokonini)

Ein wahres "Meisterwerk" hat heute der wohl insgeheim in der Sache gar nicht so überzeugte FAZ-Verantwortliche Berthold Kohler mit seinem Kommentar über die von ihm beobachtete Performance des hess. CDU-Spitzenkandidaten R.K. in die Öffentlichkeit gelenkt.
Fürwahr eine "klirrende Botschaft" - eine Einseitigkeits-Würdigung fernab jeglicher Unabhängigkeitsvorgabe.
Von wegen "audiatur et altera pars!"

Der Meinung von "banker-schmidt" kann man sich vollinh. anschließen.

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26. Januar 2008 18:49

Merkwürdig subjektiv!

Werner Schmidt (banker-schmidt)

Die FAZ hat, und das noch durch einen Mitherausgeber, ein ungewöhnliches Loblied auf Roland Koch gesungen. Sind Roland Kochs Leistungen aber wirklich so einzigartig, so über jeden Zweifel erhaben? So habe ich Roland Koch in den vergangenen Jahren nicht in Erinnerung. Seine Vita liest sich meines Erachtens keineswegs als durchgängig gradlinig. Die massive Fürsprache der FAZ werte ich als klare und einseitige Parteinahme für Roland Koch. Und die "brutalstmögliche" Klarheit läßt erahnen, daß die Verantwortlichen der FAZ alles andere als von einem Wahlsieg Roland Kochs überzeugt sind.
Die FAZ hat - sofern mein Erinnerungsvermögen noch intakt ist - schon einmal in ungewöhnlicher Weise in einen Wahlkampf eingegriffen. Das war der 27.9.1969, einen Tag vor der Bundestagswahl (Kommentar auf der ersten Seite oben rechts). Damals kam eine - etwas mehr als heute verklausulierte - Wahlempfehlung für Willy Brandt zustande. Ist es in beiden Fällen - Brandt und Koch - Sorge um Deutschland gewesen?

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26. Januar 2008 14:06

Brilliante Analyse

Katrin Matzen (KMatzen)

Danke, Herr Kohler, für diesen Kommentar! Ihre scharfsinnige Analyse, fernab der üblichen tendenziösen und emotional motivierten Urteile über den hessischen Ministerpräsidenten, bringt die Kochsche Politik und Person auf den Punkt.

Die Tatsache, dass es am 27.1. in Hessen überhaupt so knapp wird, ist ausschließlich auf einen persönlich herabwürdigenden Anti-Koch-Wahlkampf der drei linken Parteien zurückzuführen. Glücklicherweise ist es diesen Systemveränderern nicht gelungen, ihre wahren politischen Inhalte bis zum Wahltag vor dem Wähler zu verbergen. Seit etwa einer Woche weiß jeder, der will, was Hessen in den wesentlichen Politikbereichen droht, wenn die Linksparteien das Ruder übernehmen: von Ideologie getriebene Politik, die Hessen zum Absteigerland machen würde.

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26. Januar 2008 11:47

Weil Koch herausragt

Klaus G. Sattler (sattler3)

und weil er sein Profil nicht versteckt, zieht er die geifernden Schmähungen seiner ideologischen Gegner auf sich. Er hat eine klare Position, er hat als Ministerpräsident klare Erfolge; er hat gezeigt, dass er in der Lage ist, seine klare Position mit Augenmaß zu realisieren.
Man muss hoffen, dass ihm dies auch weiterhin zum Wohle Hessens möglich bleiben wird.
Die von Berthold Kohler gewählte Überschrift zur Bewertung der Politik von Roland Koch könnte auch über einer Bewertung des Kommentars stehen! Man hätte ihn sich nur noch etwas früher gewünscht.

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26. Januar 2008 11:11

Populismus.

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

"rot-grüner Experimente"
"Doppelpass-Romantik"
"Multikulturalismus"
"Gleichmacherei"
"den Wählern das Rote vom Himmel versprach"

Ich achte die Sympathie des Autors dieses Artikels für Roland Koch. Allerdings sollte er den Inhalt seiner Aussagen selbst einmal kritisch hinterfragen. Wer sich eines oben genannten Vokabulars bedient ist auch nicht frei von Populismus. Populisten sind ja immer die anderen. Da haben sich so manche auf der Linken manchen auf der Rechten nichts vorzuwerfen.

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26. Januar 2008 11:07

Lesebrief zum Kommentar „Weil er herausragt“

Azahon Finzo (Listopad)

Sehr geehrte FAZ-Redaktion, sehr geehrter Herr Kohler,

wenn etwas herausragt, dann ist es zunächst eine wertneutrale Feststellung, die nichts über die Güte der nach Außen wirkenden Kraft aussagt. So hat die Weltgeschichte viele herausragende Persönlichkeiten hervorgebracht, dennoch verdienen bei weitem nicht alle Vertreter dieser seltenen Gattung ein Gütesiegel der zeitgenössischen Werteordnung. In der Auseinandersetzung mit der Politik und der Polemik von Ministerpräsident Koch geht es nicht um eine Orientierung nach links oder nach rechts, sondern einzig und allein um das Werteverständnis in unserer heutigen Gesellschaft.

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26. Januar 2008 11:04

ich weiß ja nicht

thilo stöcker (cloney)

da es ein kommentar ist , bitteschön

aber der verfasser übersieht wohl die staatsverschuldung und das maß an jugendkriminalität in hessen vs erfolgen bei der schuldenreglierung in ähnlich potenten ländern wie bayern oder auch die klagen von eltern über die schule bzw das abwürgen von sozialen projekten durch koch und seine regierung.

herr koch mag überzogen polarisiert dargestellt werden aber er tut dies doch selbst . insofern ist r.k. nach m.E. nicht wertkonservativ sondern einfach machtgeil

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26. Januar 2008 10:56

Weil er herausragt.

Hans Naumer (Naumer1)

Herzlichen Dank für diesen großartigen Kommentar. Allein dieser Kommentar ist es wert FAZ- und FAS-Abonnent zu sein. Ich setze auf die Schweigespirale und bin ziemlich sicher, dass Roland Koch es schafft. Alle anderen Ergebnisse wären zum großen Schaden für Hessen, Deutschland und die CDU.

Mit herzlichen Grüßen aus Neustadt an der Weinstraße

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26. Januar 2008 10:47

Wertkonservativ?

Tobias Klein (Tobiasyaw)

Von Herrn Kohler und den Freunden Roland Kochs würde ich gerne einmal wissen, wie sie das Attribut "wertkonservativ" mit seinem Verhalten während der CDU-Spendenaffäre in Einklang bringen wollen. Gehört es etwa zu den guten alten, aufrichtig-konservativen, von einer multikulturell und sozial gleichmacherischen Gegenwart angefressenen Werten, die Öffentlichkeit bewußt und unverfroren anzulügen?

Das "Der Zweck heiligt die Mittel"-Denken, das die politische Karriere von R. Koch wie ein roter Faden durchzieht, hat jedenfalls maßgeblich auch ein brutalstmöglicher Wertleninismus kultiviert.

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26. Januar 2008 10:18

Wahlwerbung

Dominik Grimm (dogrimm)

Es ist schier unerträglich, wie die FAZ gleich in zwei Artikeln (zusätzlich zum Kommentar von Berthold Kohler noch das Portrait "Der Analytische") kurz vor der Hessenwahl dermaßen unverhohlen Werbung für Herrn Koch betreibt.

Kochs Schulpolitik als "kompromisslos am Leistungsprinzip" festhaltend zu bezeichnen ist ein Scherz, über den ich leider nicht lachen kann. Viele Lehrer, die in Hessen jahrelang mit zeitlich befristeten Verträgen und Arbeitslosigkeit in den Sommerferien hingehalten werden, vermutlich auch nicht. Oder hat die hohe Anzahl an ausfallenden Stunden in hessischen Schulen etwas mit einem Leistungsprinzip zu tun?

Unabhängiger und kritischer Journalismus, wie ich ihn von dieser Zeitung erwarten kann, sieht anders aus.

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26. Januar 2008 08:56

... tz tz tz ...

Marko Hrbat (Hrbat)

Ich bin wahrlich kein Linker und kein Wähler der SPD, der Grünen oder gar der Linken.
Auch ich bin wertekonservativ.

Aber die Aktion mit den "krimininellen Ausländern" (mit Unterstützung der BILD) ging einfach zu weit. Der Vorwurf der SPD, zu wenige Polizeibeamte und Richter eingestellt zu haben ist nun mal berechtigt.
Das hat nichts mit offener Rechung, sondern mit fehlender Deckung zu tun.
Wäre Herr Koch in der SPD hätte die CDU dasselbe gemacht.

Also bitte, die Kirche im Dorf lassen.
Das ist Politik.

Auch der Vorwurf des Herrn Kohler >>schon das Wort Ausländer wagt kaum noch ein Politiker in den Mund zu nehmen<< hat nichts damit zu tun.
Es hat damit zu tun, dass wir in Deutschland ein Bevölkerungswachstum seit 1990 haben, obwohl die Geburtenzahlen sinken.
Hunderttausende Russen (wenig jüdische, viele orthodoxe und ganz wenig evangelische oder katholische) sind nämlich nach Deutschland gekommen und haben einen deutschen Pass erhalten.

Aus DIESEM Grund spricht die POLIZEI von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Diese Formulierung fasst nämlich Russen, die seit einem Jahr da sind, und Türken (in dritter Generation) zusammen. So werden auch aus Deutschen Ausländer....

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26. Januar 2008 08:23

Topp Kommentar ! Leider hört man solche klaren Worte ...

Klaus P. Lücke (microplan2002)

... - selbst in der FAZ - nur zu selten. Das allgemeine Einknicken vor der -ich zitiere -'Lebenslüge des Multikulturalismus' ist flächendeckend festzustellen. Und man sollte sich auch nichts vormachen: selbst wenn Koch die Wahl doch noch gewinnen sollte, steht er in der sozialdemokratisierten CDU mittelfristig auf verlorenem Posten. Es sind auch schon - mit Billigung/Dudung der CDU übrigens - zu viele (demographische) Fakten geschaffen worden, als dass es hier in Deutschland überhaupt noch eine Wende geben könnte. Und rechts von der CDU traut sich ja sowieso noch kaum jemand zu wählen ...

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26. Januar 2008 01:51

Unglaublich!

Haryo Prabowo (prabowo)

Natürlich beinhaltet ein Leitartikel per se eine subjektive Meinungsäußerung, spiegelt sie doch die ganz persönliche Position und Einschätzung des Autors wider.
Dass Herr Kohler jedoch so unverhohlen, einseitige "Meinungsmache" unternimmt, sich mit keinem Wort mit der unleugbaren Polemik Roland Kochs auseinander setzt, ist schon sehr verwunderlich, ja gar unglaublich.

Kriminelle sind Kriminelle, ob sie Ausländer sind oder deutsche Staatsbürger. Ausländer besitzen keine größere Neigung zur Kriminalität, Kochs laut polternden Worte werden mit Fakten verwechselt. Und Herr Kohler schließt sich an. Das ist so, als würde jemand bei Sabine Christiansen nur mal mit der Stimme hochgehen, und das Publikum fängt an zu klatschen, obwohl der Inhalt weder hieb- noch stichfest ist oder irgendwie Sinn macht.
Ich behaupte, wenn von kriminellen Ausländern gesprochen wird, dann sind damit v.a. jene Kriminellen gemeint, deren Aussehen eine nicht-westliche "Herkunft" suggeriert. Nicht aber sind die Josef Ackermanns (Schweizer) gemeint, die nur durch einen Vergleich einer Vorstrafe entgangen sind und quasi ein Schuldeingeständnis abgelegt haben. Wollen Sie den auch noch mal integrieren? Wollen Sie den ausweisen? Der sitzt übrigens auch in Hessen.

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