21. Januar 2008 Deutschland und China wollen sich wieder vertragen. Das ist eine gute Nachricht. Warum aber hat das so lange gedauert? Das muss man zuerst die Chinesen fragen, auch wenn das im zur Selbstgeißelung neigenden Berlin kaum jemand so sehen will. Dort hatte die Meinung überwogen, die Bundeskanzlerin habe sich mit ihrem Empfang für den Dalai Lama der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht.
Zwar wurde nicht ausdrücklich die chinesische Sicht der Dinge übernommen, der Religionsführer sei ein gefährlicher Separatist. Aber viele schienen zu wünschen, dieser Störfaktor möge endlich aus der Politik verschwinden. Das wird er jedoch nicht. Und das ist nun wirklich gut so. Die Beziehungen zwischen Deutschland und China werden und können solche Meinungsverschiedenheiten verkraften.
Dass Außenminister Steinmeier bekräftigte, Berlin halte an der Ein-China-Politik fest, ist eine pure Selbstverständlichkeit. Es gehört zu den Rätseln dieser Minikrise, warum China an der deutschen Haltung in dieser Frage jemals zweifeln konnte. Die Kanzlerin jedenfalls gab dazu keinen Anlass.
Text: F.A.Z.