Obama am Brandenburger Tor?

Berliner Verhältnisse

Von Berthold Kohler

10. Juli 2008 Es wird vermutlich nicht an den bekanntgewordenen Reiseplänen des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Obama liegen, dass jeder neunte Berliner sich die Mauer zurückwünscht.

Damals, als sie noch stand, war es am Brandenburger Tor allerdings recht ruhig. Heute geht es an selber Stelle eher zu wie auf einem Rummelplatz. Der Jahrmarkt der Eitelkeit und Betroffenheit zu Füßen der Quadriga hat die Berliner bisher nicht groß gestört.

Warum also sollte dann nicht auch der Heilsbringer aus Illinois auf dem Pariser Platz seine Rezepturen zur Gesundung der Welt feilbieten dürfen? Wo er noch dazu auch die Deutschen von George W. Bush zu erlösen verspricht?

Unter diesen Umständen konnte sich selbst der Regierende Bürgermeister Wowereit gefahrlos als Amerika-Freund outen. Ansonsten aber war auf die Reflexe der rot-roten Koalition Verlass: Ein Gelöbnis der deutschen Parlamentsarmee vor dem deutschen Parlament wollten die Behörden unter Verweis auf die "Würde des Ortes" nicht zulassen. Das ist selbst für Berliner Verhältnisse ein Skandal und eine Schande

Text: F.A.Z.

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