17. August 2005 K.F. In Zimbabwe wird seit einiger Zeit ein Lehrstück gegeben. Es lautet: Wie verheere ich ein Land, ruiniere die Wirtschaft und merze die Opposition aus? Autor und Regisseur ist Präsident Mugabe, dessen Machtrausch zunehmend pathologische Züge annimmt. Mugabe ist ein Despot, der aus Zimbabwe einen Staat der Kategorie "gescheitert" machen will - und damit schon weit gekommen ist. Hunderttausende von Vertriebenen, Massenelend, Hungersnot und Verfolgung künden davon. Jetzt scheint endlich auch das Südafrika des Thabo Mbeki diese Entwicklung zu stören. Viel zu lange hat sich Mbeki mit einer sogenannten stillen Diplomatie zufriedengegeben, die aus gutem Zureden bestand und nichts anderes war als Bemäntelung der Taten Mugabes. Wenn Südafrika, immerhin als Kandidat für einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat im Gespräch, den Einfluß in Afrika hat, den zu haben es behauptet und den andere ihm zuschreiben, dann muß es endlich zeigen, daß seine Diplomatie auch andere Saiten aufziehen kann. Die Vergabe von Krediten an Bedingungen knüpfen - auf die Idee hätte man viel früher kommen können. Sonst redet man doch auch gern von Solidarität und Verantwortung.
Text: F.A.Z., 18.08.2005, Nr. 191 / Seite 8