Deutsche Türken

Diener zweier Herren

Von Wolfgang Günter Lerch

09. Juli 2008 Schon der italienische Komödiendichter Carlo Goldoni zeigte in einem seiner Stücke, wie schwer es ist, „Diener zweier Herren“ zu sein. Die türkischen Verbände in Deutschland haben nun verlangt, die vom 18. Lebensjahr an geltende Optionspflicht in Sachen Staatsbürgerschaft abzuschaffen.

Spätestens bis zum 23. Lebensjahr muss ein junger Türke entscheiden, ob er Deutscher werden oder Türke bleiben will. Nur der „Doppelpass“, also die Beibehaltung des türkischen bei Gewährung des deutschen, so heißt es nun, ermögliche es den Türken, ihre Kultur zu bewahren.

Erdogans schlechter Einfluss

Niemandem, der Bürger dieses Landes wird, ist es verwehrt, neben der deutschen Kultur weiterhin seine eigene zu pflegen. Dafür gibt es genügend Beispiele von Einwanderern aus aller Herren Ländern. Man wird jedoch den Eindruck nicht los, dass die Rede des Ministerpräsidenten Erdogan zu Köln, in der er die Türken zwar aufforderte, Deutsch zu lernen, aber Türken zu bleiben, allzu wörtlich genommen werden soll. Die Verbände sind auch gegen die Einbürgerungstests. Und eigentlich sind sie gegen (fast) alles, was Deutsche von ihnen verlangen.



Text: F.A.Z.