04. Juli 2008 In vier Jahren, 2012, läuft das Kyoto-Protokoll aus. Darin haben sich zahlreiche Staaten verpflichtet, ihren Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) gegenüber dem Anfang der neunziger Jahre zu senken. Amerika hat das Protokoll zwar unterschrieben, aber nicht ratifiziert. Die Amerikaner wollen keinem Abkommen zustimmen, dem sich nicht auch Schwellenländer wie China und Indien, die inzwischen zu den großen CO2-Emittenten gehören, unterwerfen. Immerhin hat Präsident George Bush im vergangenen Jahr die Erklärung unterzeichnet, nach der man ernsthaft erwägen wolle, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen und dafür den Kohlendioxidausstoß bis 2050 zu halbieren.
Die Kunst besteht darin, diese Pläne in ein Folgeabkommen zu gießen. Das soll spätestens Ende 2009 in Kopenhagen verabredet werden. Die G-8-Beratungen in Japan gelten als ein wichtiger Schritt dorthin. Das auch deshalb, weil die Japaner nicht nur die großen Schwellenländer China, Indien, Südafrika, Brasilien und Mexiko zu den erweiterten Beratungen geladen haben. In einer Extrarunde stoßen am Ende die Regierungschefs von Indonesien, Korea und Australien hinzu.
Mit einem Durchbruch wird nicht gerechnet
Zwar wird nicht damit gerechnet, dass ein halbes Jahr vor der amerikanischen Präsidentenwahl schon ein Durchbruch erzielt wird. Manche Regierung wolle ihr Pulver wohl noch ein wenig trockenhalten. Doch sehen es Experten schon als einen Fortschritt, wenn auch diese Staaten die 2007 in Heiligendamm proklamierten Ziele unterstützen würden - und sich damit alle auf einen Verhandlungsprozess im Rahmen der Vereinten Nationen (UN) einließen. Man werde eine Erklärung verabschieden, in denen alle Staaten zusagten, mehr für den Klimaschutz zu tun. Wir befinden uns hier auf einem guten Weg, hieß es in deutschen Regierungskreisen.
Auch die Wirtschaft drängt. Nikolaus von Bomhard, der Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns Münchener Rück, appellierte gegenüber dieser Zeitung an die Regierungen, sie sollten bei ihrem Treffen in Japan bereits jetzt Si-gnale setzen, die den Rahmen für ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll bilden. Manfred Gentz, Präsident der Internationalen Handelskammer (ICC) Deutschland, sagt: Es muss gerade mit Hinblick auf die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 deutlich werden, dass die Regierungschefs eine globale Regelung unterstützen.
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Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp