
"Olympiade boykottieren" und "Status Tibet" sind nicht die zentralen Themen im Bezug auf China. Sie sind nur Beispiele wie es zum Beispiel auch die Folterung der Falun Gong in China sein könnte.
Die zentralen Themen sind vor allem MENSCHENRECHTE und PRESSEFREIHEIT. China hat bei der Vergabe der Spiele eine "improved human rights"-Situation bis zu den olympischen Spielen versprochen. Frage: Haben wir also ein Recht dieses Versprechen einzufordern?
China hat freien Zugang des Journalismus im Zusammenhang mit den Spielen versprochen. Frage: Wollen wir dieses Recht überhaupt einfordern? Und wenn wir es nicht tun, wie beeinflusst dies die Art, wie die Chinesen in Zukunft mit uns umgehen?
Wir sollen uns nicht in innere Angelegenheiten einmischen. Tun sie dasselbe, wenn sie uns drohen, den Dalai Lama nicht zu empfangen? Die Chinesen lehnen es ab, dass die Olympiade "zu politischen Zwecken missbraucht wird". Ja aber für wen ist denn diese Olympiade so wichtig - nota bene vor allem aus politischen Gründen?
Ich glaube ein Boykott der Olympiade wäre tatsächlich falsch. Unsere freie Meinungsäusserung vor und während der Olympiade beschneiden zu lassen wäre aber nicht clever! Wie kann man jemanden achten, der seine eigenen Werte verrät?

Zuerst herzlichen Dank an Klaus-Dieter Frankenberger für seine stets sehr guten Beiträge in der FAZ! Seine in diesem Kommentar zum Schluss gestellte Frage ist eindeutig zu bejahen: Steinmeiers Liebedienerei und Duckmäusertum gegenüber der Volksrepublik China haben nur geschadet. Es war fatal, dass er im kürzlich erfolgten Briefwechsel mit Peking ausdrücklich noch Tibet und - wohlgemerkt - auch Taiwan ausdrücklich zum Bestandteil des "chinesischen Territoriums" erklärt hat. Frühere Regierungen haben eine solche Präzisierung der "Ein-China-Politik" bewusst vermieden - doch Steinmeier gibt den chinesischen Kommunisten alles zu Protokoll, wie sie es wünschen. Aus Pekinger Sicht bedeutet "chinesisches Territorium", dass sie auf demselben tun können, was sie wollen. Das betrifft auch Taiwan. Erklärungen wie die Steinmeiers sind ein Skandal, sie leisten nur weiterer Gewaltanwendung Vorschub. Nicht umsonst hat der chinesische Außenminister auch im Zusammenhang mit Tibet gerade erst Deutschlands Haltung als "vorbildlich" gelobt. Hat die Kanzlerin den konkreten Inhalt des Briefwechsels gekannt? Vermutlich hat ihn Steinmeier völlig auf eigene Faust ausgehandelt und Merkel musste den Text dann hinnehmen.
Michael Leh, München

Die Olympiade 1936 in Berlin mitten im nationalsozialistischen Deutschland wurde von Adolf Hitler für seine politischen Zwecke schamlos genutzt und niemand fand den Mut, die Spiele zu boykottieren und ihm zu widersprechen. Haben wir das vergessen? Dies gilt vor allem für die Politiker, die unser Land repräsentieren und jetzt mutig handeln sollten! Haben wir denn nichts aus unserer Vergangenheit gelernt?

Die deutsche Außenpolitik wird seit dem Amtsantritt der rotgrünen Koalition nur von Materialismus der krudesten Sorte geprägt - eine kurze Erinnerung an den russischen Handelsvertreter, der ein paar Jahre unser Bundeskanzler war, oder an den Visumverteiler, der starke Worte nur gegen kleine Staaten wie Österreich fand, mögen genügen.
Die aktuelle rotschwarze Koalition hat ihre Machtdemonstrationen auf noch kleinere Objekte fokussiert, gerade mal an Liechtenstein traut man sich noch heran.
Da ist es mit Selbstachtung nicht weit her und selbst ein Boykott der olympischen Spiele gegen die Hintermänner der Morde in Burma und die Volkskrieg in Tibet führenden chinesischen Sozialisten kommt für unsere materialistischen Politiker nicht in Frage.
"Mut" hat man in der deutschen Regierung eben nur wenn´s gegen die Kleinen geht. - na ja und natürlich wenn`s dabei auch noch Geld zu verdienen gibt. Moral, Ethik oder Menschenrechte, da kommt eben kein Geld in die gierigen Finger des deutschen Staates - also signalisiert man schon, daß man nur Sprechblasen absondern werde und den Chinesischen "Volkskriegern" ansonsten freie Hand lässt. Burma ist schließlich auch schon vergessen - und bis zu rOlympiade ist ja noch Zeit ;-)

Was immer Tibet ist, der Erbhof des Dalai Lamas ja sicher nicht.

Leider hat der "Westen" in den letzten Jahren seine Selbstachtung verloren. Es standen immer nur potentielle Märkte in China bzw. eine billige Produktionseinheit im Vordergrund. Warum sollten uns die Chinesen denn ernst nehmen?
Es müssen Taten folgen. Empfindliche Taten zusammen mit Kommunikation nur so wird in Zukunft eine gleichberechtigte von gegenseitigem Respekt ausgehende Zusammenarbeit möglich werden.

Wie wahr, Frau Pelosi hat die Selbstachtung des Westens in Dharamsala zur Sprache gebracht. Wollen wir von den Chinesen ernst genommen werden, müssen wir Position beziehen. Sie tunen es auch ohne sich um unser Gesicht zu scheren. Ein freies Tibet wäre die Chance Chinas es mal vorsichtig mit der Politik der offenen Hand zu versuchen. Mit Hilfe des Dalai Lamas und seiner Exilregierung wäre die Sicherheit, der in Tibet lebenden, Chinesen bestens gewährleistet. Der Dali Lama mag etwas naive daherkommen, aber im Gepäck hat er hervorragende Methoden zur Bewältigung von Traumata und destruktiven Emotionen. Diese Komponente sollte man bei aller Fokussierung auf die Politik nicht vergessen. Er ist ein hervorragender buddhistischer Lehrer, er hat nicht umsonst einen solchen Zulauf. China tät sich mit einer Öffnung Tibets den größten Gefallen. Mal ehrlich, ergreift sich eine offene Hand nicht leichter als die geballte Faust.
Schweinegrippe durch Trinkwasser übertragen
07:41@F.Reemtsma - Aktuell ca. 3.200.000 Arbeitslose - wohl nicht ganz aktuell
07:38Im links kommunistischen Tümpel fressen sich die drei Kröten gerade gegenseitig
07:32Nun gut, dann sehen wir einmal, was ausser - zutreffenden - aber bislang netten